Gesellschaft
Der heilige Isidor, Fürbitter gegen die Dürre
17.07.2022
In Tirol werden seit vielen Jahren u. a. zwei Heilige als Bauernheilige verehrt. Es sind dies die hl. Notburga und der hl. Isidor. Sie sind auch in vielen Kirchen und Kapellen in Südtirol dargestellt. Notburga ist die Patronin der Dienstmägde, der Bauern und des bäuerlichen Feierabends. Isidor ist Patron des Bauernstandes und wird für eine gute Ernte und gegen die Dürre und Trockenheit auf Fluren und Feldern angerufen.
Die hl. Notburga wurde um das Jahr 1265 in Rattenberg in Tirol geboren und diente adeligen Gutsherrn und als Bauernmagd. Der Legende nach sind von ihr das „Holzspan-Wunder“, das „Sichel-Wunder“ und das „Ochsenwunder“ bekannt. Laut letzterem äußerte Notburga vor ihrem Tod den Wunsch, dass man ihren Leichnam auf einen Karren, gezogen von zwei Ochsen legen sollte, und wo der Karren stehen bleibe, möchte sie begraben werden. Die Ochsen zogen ihr Leichengespann bis nach Eben am Achensee und blieben dort vor der Kirche stehen. Deshalb befindet sich ihr Leichnam in der Kirche von Eben, wohin vor allem Bauernwallfahrten stattfinden.
Weniger bekannt als Notburga aber doch, ist der hl. Isidor. Beide sind in der historischen Stadtpfarrkirche „Maria im Moos“ in Sterzing im Freskengewölbe, gemalt von Adam Mölck, dargestellt und Isidor alleine in der Kreuzkapelle am Gänsbichl in Gossensaß, die um 1833 errichtet und in den 1990iger Jahren mit anderen Kapellen der Pfarre Gossensaß saniert wurde. Bei den Sanierungsarbeiten der im Volksmund auch genannten „Moatner-Kapelle“ wurde das verdeckte Bild über dem Kapelleneingang wieder entdeckt und neu renoviert (siehe Bild).
Der hl. Isidor ist kein Tiroler, sondern ein spanischer Landmann, auch Isidor von Madrid genannt. Er wurde um 1070 geboren und starb 1130 bei Madrid. Er war ein einfacher Landarbeiter und zeichnete sich durch Gehorsam und fleißige Arbeit aus, ohne dabei das Gebet und die Nächstenliebe zu vergessen. Isidor war verheiratet und hatten einen Sohn, der allerdings früh starb. Isidor und seine Frau unterstützten Freunde und Hilfsbedürftige. 1619 wurde Isidor seliggesprochen und 1622 heiliggesprochen. Er gilt heute als Patron von Madrid und ist auch Schutzpatron der Bauern und hilft gegen Dürre, sorgt für Regen und eine gute Ernte.
In der heutigen Zeit, wo wieder lange Dürre- und Trockenperioden Europa und auch unser Land belasten, wäre es für gläubige Menschen an der Zeit, sich dieses Bauernheiligen zu erinnern und ihn immer wieder anzurufen.
Günther Ennemoser