Verkehr
Vorerst keine Protestversammlung auf der Autobahn
19.09.2024
Die für Samstag (21. September) anberaumte Protestkundgebung gegen den Neubau der Luegbrücke und die Verkehrsbelastung auf der Brennerautobahn A13 darf nicht stattfinden.
Der Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, hat am 11. August bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land beantragt, am 21. September von 13.00 bis 19.00 Uhr im Bereich der Autobahnauffahrt Matrei-Steinach sowie auf beiden Fahrbahnen entlang der Brennerautobahn (A13) eine Protestversammlung abzuhalten, um gegen den Neubau der Luegbrücke zu protestieren, vor dem steigenden Transitverkehr und dem massiven Ausbau der Brennerautobahn zu warnen und sich für die Rückgewinnung von Lebensraum im Wipptal stark zu machen. Die Behörde hat den Antrag vor kurzem abgelehnt, u. a. wegen "erheblicher Auswirkungen auf den Verkehr" entlang der Brennerautobahn, "unzureichender Vorbereitungszeit" für entlastende Verkehrsführungen sowie "nicht zu bewältigender Umleitung" des gesamten Verkehrs durch die Gemeinden des Wipptals.
Mühlsteiger ist nach wie vor davon überzeugt, dass ein Tunnel unter dem Sattelberg zwischen Gries am Brenner und Brennerbad die weitaus bessere Lösung wäre als die vom Autobahnbetreiber ASFIAG geplante Erneuerung bzw. Sanierung der rund 1,8 km langen Luegbrücke und kündigte einen neuerlichen Antrag für eine Demonstration bzw. Kundgebung auf der Autobahn an. Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit spricht der Gemeinde Gries am Brenner in einer Presseaussendung ihre „volle Solidarität“ in der Causa Luegbrücke aus. „Mit dem rund sechs Kilometer langen Tunnel könnte ein jahrelanges Verkehrschaos verhindert werden. Außerdem könnte das gesamte Gebiet am Brenner von der Autobahn befreit und renaturiert werden. Das wäre eine Jahrhundertchance für das Wipptal nördlich und südlich des Brenners", so die Süd-Tiroler Freiheit.
Für Autobahnbetreiber ASFINAG bleibt der Brückenbau nach wie vor die einzige Lösung. Ab 1. Jänner 2025 wird die Luegbrücke aus Sicherheitsgründen in beiden Richtungen nur mehr einspurig befahrbar sein. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses auf der Brennerstrecke ist ein Maßnahmenpaket mit Dosierungen und gegebenenfalls Fahrverboten vorgesehen, an dem ASFINAG gemeinsam mit Land, Bund, Exekutive und Gemeinden arbeite. Der Baubeginn für die 300 Millionen Euro teure Luegbrücke ist für das Frühjahr 2025 geplant, die erste Phase des Brückenneubaus soll 2027 abgeschlossen sein, dann wird auch die Einspurigkeit aufgehoben. Die Fertigstellung der gesamten Brücke ist für 2030 geplant.