Gesellschaft
Bischof Ivo Muser: „Übernehme die Verantwortung“
13.09.2025
In einer offenen Stellungnahme wendet sich Bischof Ivo Muser an die Gläubigen und Mitarbeitenden der Diözese Bozen-Brixen, um die schwierigen Ereignisse und Diskussionen der letzten Wochen im Zusammenhang mit der Personalie Don Giorgio Carli aufzuarbeiten.
„Die vergangenen Wochen waren für viele belastend, verwirrend und enttäuschend. Entscheidungen und Abläufe haben Missverständnisse, Unverständnis und neue Verletzungen hervorgerufen. Als Bischof trage ich dafür die Verantwortung – und ich nehme sie bewusst auf mich“, so Muser.
Er räumt ein, dass auf mehreren Ebenen Fehler gemacht wurden – auch von ihm persönlich. „Ich hätte sensibler für die Wahrnehmung und Erwartungen der Menschen sein müssen, deutlicher meine Verantwortung aufzeigen und die Rücknahme einer Entscheidung besser kommunizieren müssen. Diese Selbstkritik ist notwendig, und ich stelle mich ihr gemeinsam mit meinen Mitarbeitenden“, erklärt der Bischof.
Besonderes Augenmerk legt Muser auf die Notwendigkeit professioneller Aufklärung: „Wir brauchen eine unabhängige Aufarbeitung, die Fehlerquellen klar benennt und konkrete Konsequenzen aufzeigt. Vor allem im Umgang mit dem Thema sexueller Missbrauch müssen wir unsere Kompetenzen erweitern und eine konsequente, transparente Haltung einnehmen. Der Schutz der Betroffenen hat oberste Priorität.“
Abschließend betont Bischof Muser: „Glaubwürdigkeit und Vertrauen entstehen nicht durch Worte, sondern durch nachvollziehbares Handeln. Ich danke allen für das Mitgehen und bin überzeugt, dass wir diese schwierige Situation im Vertrauen auf Gott gemeinsam bewältigen werden.“