Wirtschaft
Wohnbauaufsicht: Kontrollen fast verdoppelt
13.01.2026
Mehr Personal und eine neue Strategie haben dazu geführt, dass die Agentur für Wohnbauaufsicht (AWA) im Jahr 2025 deutlich mehr Kontrollen durchführen und Verstöße ahnden konnte als im Jahr zuvor.
Im Jahr 2025 insgesamt 837 Kontrollen durchgeführt worden seien, bei denen 119 Verstöße festgestellt worden seien. Im Jahr 2024 lag die Anzahl der Kontrollen noch bei 482 mit 47 bestätigten Verstößen. Der Anstieg – er beläuft sich auf knapp 74 Prozent – ist auf die personelle Verstärkung in der AWA zurückzuführen. Vier zusätzliche Angestellte haben ihren Dienst bereits angetreten, weiteres Personal soll noch hinzukommen.
Doch auch die neue Kontrollstrategie der AWA hat dazu beigetragen, mehr Personen ausfindig zu machen, die gegen die aktuell geltenden Bestimmungen im geförderten oder konventionierten Wohnbau verstoßen haben. Die von der AWA festgestellten Verstöße betreffen in erster Linie die Bindung (Wohnen für Ansässige), denen konventionierte Wohnungen unterliegen, aber auch dieSozialbindung, die für Immobilien gilt, die mit Landesbeiträgen für Kauf, Bau oder Sanierung gefördert wurden. Die verhängten Sanktionen belaufen sich auf insgesamt rund 640.000 Euro.
Touristische Nutzung geförderter Wohnungen
Besonders gravierend seien 22 Verstöße, bei denen konventionierte oder geförderte Wohnungen touristisch genutzt oder von Personen ohne gesetzliche Voraussetzungen bewohnt wurden. Allein diese Fälle führten zu Strafen von insgesamt über 240.000 Euro.
Für 2026 ist eine weitere Erhöhung der Kontrolltätigkeit geplant. Zum einen wird der Ausbau des Stellenplans voll zum Tragen kommen, zum anderen soll durch die Zusammenarbeit mit externen Subjekten die Kontrolltätigkeit zusätzlich gestärkt werden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist das im Juli 2025 geschlossene Abkommen mit derFinanzpolizei, das unter anderem den Zugang zu Datenbanken sowie Lokalaugenscheine vor Ort ermöglicht hat. Zudem wurde die Kontrolle der nicht erlaubten Vermietung konventionierter Wohnungen zu touristischen oder gewerblichen Zwecken durch das Abkommen erleichtert.
Parallel zu den Kontrollen setzt das Land Südtirol auch auf Prävention: Bürger sowie Gemeinden erhalten in der AWA Beratung und Informationen. Digitale Broschüren stehen bereit; zudem nimmt die Agentur regelmäßig an Veranstaltungen wie etwa der Wohnbaumesse teil. Im Jahr 2025 wurden 304 Beratungsanfragen bearbeitet.