Kultur
„Post von Karlheinz“ im Stadttheater Sterzing
23.01.2026
Hasserfüllte Mails einfach so stehen lassen? Hasnain Kazim begegnet ihnen lieber schlagfertig mit Humor. Jochen Schölch hat eine messerscharfe Sprech-Oper daraus gemacht. Diese wird am Freitag (23. Jänner) im Stadttheater Sterzing auf die Bühne gebracht.
Hasnain Kazim, geboren 1974 in Oldenburg, ist Sohn indisch-pakistanischer Eltern. Dass er als Journalist, der in Medien mit großer Reichweite über heikle Themen schreibt und einen fremd klingenden Namen trägt, wütende Post bekommt, ist leider nicht überraschend. Aber anstatt die hasserfüllten, oft rassistischen oder islamfeindlichen Ergüsse von „richtigen Deutschen“ wie „Heinz K.“, „Maria gegen Scharia“, „HermannTheGerman“ oder „Siegfried Drachentöter“ einfach wegzuklicken, antwortete Kazim schlagfertig und witzig darauf. Denn den Schwachsinn im eigenen Postfach wollte er nicht unkommentiert lassen. Er ist der festen Überzeugung, dass es wichtig ist, auf derartige menschenverachtende Übergriffe zu reagieren. Schweigen führt lediglich dazu, die Auswüchse zu tolerieren und für normal zu halten. Immer wieder ergaben sich durch Kazims Antworten erhellende Dialoge. Mit seinen Kommentaren eroberte er sich eine große Fangemeinde in den sozialen Medien und wurde zum Bestseller-Autor. Heute lebt er in Wien und schreibt neben Büchern weiterhin für Medien wie ZEIT, Süddeutsche Zeitung oder taz.
Jochen Schölch hat Auszüge aus Hasnain Kazims Buch „Post von Karlheinz“ auf die Bühne des Metropoltheaters gebracht: Wie ein Orchester mit Notenpult und Blockflöten bewaffnet, treten Thorsten Krohn, Thomas Schweiberer, Bijan Zamani und Lucca Züchner zur Sprech-Oper an, in der messerscharfer Humor Hass und Hetze trotzt.
Informationen und Karten im Südtiroler Kulturinstitut: www.kulturinstitut.org / Tel. 0471 313800
Veranstaltet vom Südtiroler Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Sterzing