Bettina Cipolletta (Luce per Fortezza – Licht für Franzensfeste) ist als Gemeinderätin und Referentin zurückgetreten. Der vakante Posten wird am 3. Februar nachbesetzt.
Auslöser war der veröffentlichte Artikel „Fortezza futura – si apre il dibattito“ im
Jänner-Erker. Dieser berichtet u. a. über die Frage, ob der Fußballplatz in Oberau, der aufgrund von Bauarbeiten für den Brennerbasistunnel weichen musste, wiedererrichtet werden soll. Im Gemeinderat gehen die Meinungen darüber auseinander. Einige Räte fordern den Fußballplatz zurück, andere erachten Alternativen wie einen Eislauf-, Bowling- oder Curling-Platz als sinnvoller, da Franzensfeste derzeit keine eigene Fußballmannschaft hat.
Der Artikel zitiert auch Vizebürgermeister Richard Amort. Dieser befürwortet die Wiedererrichtung des Fußballplatzes, da verbliebene Spieler von Franzensfeste in Aicha trainieren müssen, die Bevölkerung wächst und Fußball den sozialen Zusammenhalt stärkt. Als Seitenhieb empfanden einige Ratsmitglieder, die dem Verein „Gruppo Sportivo Fortezza“ angehören, u. a. Amorts Äußerung, es sei an der Zeit, sich mit Taten zu engagieren anstatt Worte zu verlieren oder Ideen in den Wind zu werfen. Der Sportverein führt den Tennisplatz, den Kleinfeld-Fußballplatz und die Bar.
Cipolletta, Ausschussmitglied des Sportvereins, sah in Amorts Aussagen
eine grundlose, öffentliche Diffamierung. Sie zog ihre Konsequenzen und
gab Mitte Jänner ihren Rücktritt als Referentin und Gemeinderätin
bekannt.
Amort entschuldigte sich für Aussagen, die als beleidigend empfunden wurden. Seine Aussagen seien im Artikel unvollständig wiedergegeben worden, was leider zu Fehlinterpretationen geführt habe. Er habe gewiss niemanden diffamieren oder die wertvollen Aktivitäten des Sportvereins verunglimpfen wollen. Als einstiger Mitbegründer des Fußballvereins wollte er sein Bedauern über das geringe aktuelle Interesse am Fußballsport zum Ausdruck bringen, der in den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren in Franzenfeste viel Enthusiasmus erzeugte.
Bettina Cipolletta bleibt trotz erfolgter Aussprache bei ihrer Entscheidung. Bei einer dringlichen Gemeinderatssitzung am 3. Februar werden Alfredo Ravazzolo in den Gemeinderat und Franca Rossignoli in den Ausschuss nachrücken.
An einer Koalition mit der Liste "Luce per Fortezza - Licht für Franzensfeste" (4 Sitze) will die SVP (elf Sitze) trotz aktueller Missstimmung festhalten, da man bisher stets gut zusammengearbeitet habe.