Im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung von Vermögensdelikten haben die Carabinieri von Brenner und Gossensaß nach gezielten und umfassenden Ermittlungen drei Personen der Justizbehörde gemeldet, die jeweils für Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Kraftfahrzeugen verantwortlich sein sollen.
Konkret haben die Carabinieri der Dienststelle Brenner einen Mann mit Wohnsitz in Mailand angezeigt, nachdem eine Anzeige eines Bürgers vorlag. Dieser berichtete, dass er auf einem bekannten Online-Kleinanzeigenportal ein Inserat zum Verkauf eines Fiat Panda gesehen habe. Nach telefonischem Kontakt mit dem mutmaßlichen Verkäufer einigte sich das Opfer auf den Kauf des Fahrzeugs zum Preis von 3.100 Euro.
Nachdem zwei Banküberweisungen über den vereinbarten Betrag erfolgt waren, brach der Verkäufer den Kontakt ab und forderte anschließend weitere 1.200 Euro angeblicher Versandkosten, die das Opfer jedoch nicht bezahlte. Das Fahrzeug wurde nie übergeben. Die von den Carabinieri durchgeführten Bank- und Online-Ermittlungen ermöglichten die Identifizierung des mutmaßlichen Täters, der wegen Betrugs der Justizbehörde überstellt wurde.
In einem weiteren Fall haben die Carabinieri von Gossensass zwei Personen – Vater und Sohn mit Wohnsitz in der Provinz Verona – angezeigt, nachdem ein junger Mann aus Sterzing Anzeige erstattet hatte. Der Geschädigte berichtete, dass er nach Auffinden einer Visitenkarte eines mutmaßlichen Autohändlers auf seinem Fahrzeug telefonisch Kontakt aufnahm, um den Verkauf seines eigenen Autos zu vereinbaren.
Nach Einigung über den Verkauf des Fahrzeugs zum Gesamtpreis von 16.000 Euro reiste der mutmaßliche Käufer nach Sterzing und zahlte 1.000 Euro in bar als Anzahlung. Anschließend wurde der Kaufvertrag formell bei einer Autoverwaltungsagentur abgeschlossen.
Danach die bittere Entdeckung: Der Betrag wurde nicht nur in den folgenden Tagen nicht bezahlt, sondern der Verkäufer wurde zudem wiederholt bedroht, mit Forderungen nach weiteren Geldsummen für angebliche Schäden am Fahrzeug – Forderungen, denen er nicht nachkam.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass das Fahrzeug auf ein Einzelunternehmen des Vaters des mutmaßlichen Käufers eingetragen war, wodurch die gesamte betrügerische Handlung nachvollzogen werden konnte. Beide Personen wurden der Justizbehörde wegen Betrugs und versuchter Erpressung überstellt.
„Die durchgeführten Maßnahmen zeigen die konsequente Aufmerksamkeit der Carabinieri bei der Bekämpfung von Betrugsdelikten, ein leider zunehmendes Phänomen, auch im Bereich des Fahrzeugkaufs online und zwischen Privatpersonen. Wir rufen die Bürger dazu auf, besondere Vorsicht walten zu lassen, misstrauisch gegenüber ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen zu sein und sich im Zweifelsfall sofort an die Dienststellen der Carabinieri zu wenden. Wir beabsichtigen, die Schulungsveranstaltungen zum Thema Betrug im gesamten oberen Eisacktal auszuweiten, um weitere Vorfälle zu verhindern und möglichst viele Bürger über die unterschiedlichen Betrugsmethoden zu informieren“, so der Kommandant der Kompanie Sterzing Hauptmann Francesco Lorenzi.