Am 22. Februar 2026 hätte Alexander Langer seinen 80. Geburtstag gefeiert. Um 18 Uhr werden wir im Stadttheater von Sterzing, seinem Geburtsort, gemeinsam an den Südtiroler Politiker, Intellektuellen und Aktivisten erinnern. Zum ersten Mal auf der Bühne: „Forum Langer: eco di un viaggiatore leggero” (Forum Langer: Echo eines leichtfüßigen Reisenden).
In diesen Februartagen laufen die Proben für diese Produktion des Teatro Pratiko und des Teatro Albe aus Ravenna in Zusammenarbeit mit der Fondazione Alexander Langer Stiftung, der non-scuola, Inter-Azioni und CRATere „time” auf Hochtouren. Langers Texte erklingen in der Stimme der 25-jährigen Schauspielerin Alice Cottifogli. In den Videobildern von Alessandro Penta hallen durch die Stimmen von Mädchen und Jungen aus Sterzing, Meran, Rom und Reggio Emilia die Themen Langers wider: Ökologie, Frieden, Zusammenleben. Römische Studentinnen und Studenten der 70er Jahre erzählen vom Philosophieprofessor Langer. Orte, Reisen, Welten. Der Regisseur Alessandro Argnani versucht zusammen mit Nazario Zambaldi, Produzent bei Teatro Pratiko, und Sabina Langer, ein freundliches, klares und mehrdimensionales Bild zu zeichnen. Die Historikerin Laura Orlandini arbeitet an den Texten, für die Musik sind LEDA, also Serena Abrami, zuständig.
In den nächsten Tagen wird sich die Gruppe Albe in Bosnien aufhalten, genauer gesagt in Sarajevo, Tuzla und Srebrenica, um Bilder und Stimmen dieses Landes wiederzufinden, das so eng mit Langers Leben in seinen letzten Jahren verbunden war. Nach einem Aufenthalt in Bozen mit Proben im Macello des Teatro Pratiko und in Sterzing mit Proben und Inszenierung im Stadttheater wird sich im „Forum Langer: eco di un viaggiatore leggero” eine Polyphonie unserer Teilnahme, unserer Stimmen und unseres Zeugnisses öffnen.
Der Titel erinnert an das „Verona Forum für den Frieden und die Versöhnung im Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens“: ein Parlament aktiver und engagierter Bürgerinnen und Bürger aus den Kriegsgebieten. Seit Jahren befasst es sich auf der Grundlage konkreter Erfahrungen mit der gemeinsamen Ausarbeitung neuer Friedensvorschläge. Viele Stimmen – darunter auch die von Langer – bilden das lebendige, fast greifbare Mosaik auf der Bühne. Die Idee einer Aufführung als „Forum” interpretiert das Theater als einen Ort der immer offenen Fragen, an dem Widersprüche zu Perspektiven werden, für die es sich zu hoffen, zu leben und zusammenzuleben lohnt, um das fortzusetzen, was richtig war und ist. Im „Echo” – im Plural – hallen die Stimmen der Reise auf der Suche nach leichten Spuren und Abdrücken wider. Diese stammen von Mädchen und Jungen, auch von Langer als Jugendlicher und Erwachsener, von der Umwelt, die aus Lebewesen besteht, von der freundlichen Natur und von der Stimme, die sich wie im Mythos weiblich widerspiegelt. Sie hallen wider jenseits des Verblassens des Körpers, in den Worten von Alice im Reich der Schatten, das das Theater ist, auf der Suche nach Licht, Lichtern wie Glühwürmchen, die Licht und Hoffnung bringen.
Das Stück ist das Ergebnis eines langen Forschungs- und Annäherungsprozesses. Es wurde am 9. Mai 2025 anlässlich des „Europatags” mit italienisch- und deutschsprachigen Schulen am Gandhi-Gymnasium in Meran sowie im Rahmen der Tagung „Ite lectio est” für das Projekt „ALEX” an der Universität in Reggio Emilia vorgestellt. In zwei Phasen wurden in Workshops an Schulen die Stimmen von Mädchen und Jungen in Interviews gesammelt, die von Pier Paolo Pasolinis „Gastmahl der Liebe” inspiriert waren. Die Interviews standen unter den Titeln „L'Europa muore o rinasce a Sarajevo” (Europa stirbt oder wird in Sarajevo wieder geboren) zum 30. Todestag und „La terra in prestito” (Die Erde auf Leihbasis) zum 80. Geburtstag von Alexander Langer. Im Rahmen des Projekts „ALEX” wurden mit Inter-Azioni und non-scuola die nach Alexander Langer benannte Sekundarschule in Sterzing in Zusammenarbeit mit dem Arci von Sterzing, die Schulen von Meran, das Gymnasium Pascoli in Bozen, die Gymnasien in Rom für die Tage „Alexander Langer im Dialog”, Asinitas und die Universität Roma Tre sowie die Berufsschule Enaip in Reggio Emilia einbezogen.
Die von der Autonomen Provinz Bozen, Italienische Kultur, unterstützte Veranstaltung in Sterzing wird unter der Schirmherrschaft der Fondazione Alexander Langer Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Sterzing, dem IPC Alexander Langer Sterzing, Arci Sterzing sowie mit Unterstützung der Gemeinde und des Stadttheaters Sterzing durchgeführt. Die Veranstaltung ist frei zugänglich, der Eintritt ist frei.