Was für ein Showdown auf der Tonnerboden-Bahn im Jaufental: Matthias und Peter Lambacher krönten sich am Freitagabend (20. Februar) mit einem nervenaufreibenden Sieg zu den Gesamtweltcupsiegern im Doppelsitzer. Die Südtiroler Welt- und Europameister drehten das Klassement im letzten Rennen noch einmal und fingen die bis dahin führenden Tobias Paur/Andreas Hofer, ebenfalls aus Südtirol, auf der Zielgeraden ab.
Die Ausgangslage vor dem Finale hätte kaum spannender sein können. Paur/Hofer gingen erstmals als Führende in der Weltcupwertung ins Rennen. Die Lambachers hingegen mussten volles Risiko gehen, wollten sie die große Kristallkugel noch gewinnen.
Mit einer starken Fahrt in 55,01 Sekunden setzten die Brüder ein Ausrufezeichen und feierten ihren zweiten Saisonsieg – hauchdünn mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung auf die Vorjahres-Gesamtsieger Maximilian Pichler/Nico Edlinger aus Österreich. Paur/Hofer belegten mit 0,46 Sekunden Rückstand Rang drei.
Damit stand fest: Mit 585 Gesamtpunkten sicherten sich Matthias und Peter Lambacher nach 2023/2024 zum zweiten Mal den Gewinn des Gesamtweltcups. Paur/Hofer folgten mit 560 Punkten auf Platz zwei, Pichler/Edlinger wurden mit 540 Punkten Dritte. Die Juniorenweltmeister Gabriel Halcin/Samuel Halcin aus der Slowakei beendeten die Saison mit 450 Punkten auf Rang vier.
„Es war eine sehr schwierige Saison für uns, es lief nie wirklich rund. Umso schöner ist es, jetzt mit einem Sieg die große Kugel zu holen“, zeigte sich Matthias Lambacher erleichtert.
Sein Bruder Peter blickte ebenfalls bewegt auf die Saison zurück und hob insbesondere den EM-Titel in Laas im Januar hervor. Dann überraschte er mit einer möglichen Abschiedsankündigung: „Wahrscheinlich war das heute unser letztes Rennen. Wir lassen die Tür noch einen Spalt offen, aber ich glaube nicht, dass wir nächsten Winter wieder am Start stehen werden.“
Auch die Konkurrenz bewies Fairness. „Wir sind zufrieden mit unserer Saison. Drei Siege, viel Spaß – das passt“, meinte Maximilian Pichler. Aufgrund einer Handverletzung hatten Pichler/Edlinger zwischenzeitlich pausieren müssen. „Das gehört dazu. Wir hätten in Umhausen und hier gewinnen müssen. Gratulation an die Lambachers, sie haben sich die Kugel verdient“, ergänzte Nico Edlinger sportlich.
Für Tobias Paur war der Druck im Finale deutlich spürbar: „Als Weltcupführende im Starthaus war ich schon sehr nervös.“ Andreas Hofer zog dennoch ein positives Fazit: „Ich bin super happy mit der Saison. Und die Fans mit den Kuhglocken im Zielraum waren einfach fantastisch.“
Am Samstag (21. Februar) steht ab 17.00 Uhr im Jaufental das Weltcupfinale der Einsitzer auf dem Programm. Bei den Damen steht Riccarda Ruetz (AUT) bereits als Gesamtsiegerin fest. Bei den Herren führt der Südtiroler Daniel Gruber die Gesamtwertung an – dicht gefolgt von Fabian Achenrainer (AUT), der im Training mit Bestzeiten in beiden Läufen aufhorchen ließ.
Top-3 Finale Doppelsitzer
- Matthias Lambacher/Peter Lambacher (ITA) – 55,01 Sekunden
- Maximilian Pichler/Nico Edlinger (AUT) – +0,04 Sekunden
- Tobias Paur/Andreas Hofer (ITA) – +0,46 Sekunden
Foto © Ulrich Wilhelm