Gesellschaft
Flächendeckende Schutzkonzepte
03.03.2026
Südtirols Jugendarbeit setzt einen Meilenstein: Bis Ende 2027 werden in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit verpflichtende Schutzkonzepte eingeführt.
Damit wird der Schutz junger Menschen weiter gestärkt und ein zentraler Beitrag zu mehr Sicherheit, Professionalität und klaren Abläufen geleistet. Bei einer Online‑Informationsveranstaltung, zu der das Landesamt für Jugendarbeit alle Trägerinnen und Träger der Südtiroler Jugendarbeit eingeladen hatte, wurde dieser gemeinsame Weg vorgestellt.
"Schutzkonzepte sind ein klarer Mehrwert für alle", so Landesrat Philipp Achammer: "Sie stärken die Qualität, erhöhen die Sicherheit und tragen dazu bei, das Wohlbefinden der jungen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, sie schaffen verlässliche Strukturen, klare Zuständigkeiten und damit mehr Handlungssicherheit und sind ein zentraler Baustein zur Prävention von Grenzverletzungen und Gewalt."
Der Direktor des Landesamtes für Jugendarbeit Konrad Pamer erläuterte, warum Schutzkonzepte künftig einen verpflichtenden Qualitätsstandard darstellen und Voraussetzung für öffentliche Förderungen sein werden: "Schutzkonzepte geben Orientierung und Sicherheit, für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Mitarbeitende und Ehrenamtliche. Dass sich die gesamte Jugendarbeit in Südtirol gemeinsam auf diesen Weg macht, ist ein starkes Signal." Einen Blick in den schulischen Bereich bot der Direktor der Pädagogischen Abteilung Martin Holzner, der die entstehenden Schutzkonzepte der Schulen sowie die digitale Unterstützung über die Power‑App vorstellte.
Die rechtlichen Grundlagen erläuterte Kinder‑ und Jugendanwältin Daniela Höller und verwies auf die Verankerung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, vor allem in der UN‑Kinderrechtskonvention.
Ein Schwerpunkt war der Leitfadenentwurf für Schutzkonzepte in der Jugendarbeit. Vorgestellt und erarbeitet wurde er von Christiane Kofler (netz Offene Jugendarbeit), Verena Hafner (AGJD) und Manuela Weber (Südtiroler Jugendring). Der Leitfaden soll den Organisationen eine praxisnahe, anpassbare Grundlage bieten. Die drei Dachverbände sichern Beratung und Begleitung zu.
Über aktuelle und geplante Qualifizierungsangebote informierten Lisa Unterhauser (Jukas Kassianeum) und Lukas Schwienbacher (Forum Prävention, Fachstelle Gewalt). Ziel ist es, Mitarbeitende und Ehrenamtliche bestmöglich bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Schutzkonzepte zu unterstützen. Die ersten Fortbildungen starten in Kürze.
(LPA; Foto: Peter Daldos)