Gesellschaft
Ökologischer Mehrwert von Altkleidern
15.03.2026
Die Sozialgenossenschaft Renovas mit Sitz in Bozen sammelt seit dem 1. Jänner im Einzugsgebiet der Bezirksgemeinschaften Wipptal, Eisacktal und Pustertal gebrauchte Kleider und Schuhe aus Privathaushalten. Die Sammlung ist Teil der öffentlichen Abfallwirtschaft und bis Ende 2026 begrenzt.
Alttextilien und Textilabfälle sind dabei klar zu unterscheiden. Die Sammlung von Alttextilien dient der Vorbereitung zur Wiederverwendung und schafft ökologischen Mehrwert. Dieser wird nur erreicht, wenn tragfähige Kleidung nicht durch Verschmutzung oder Fehleinwürfe beeinträchtigt wird. Textilabfälle wie ölverschmierte Lappen, nasse, kaputte oder verschimmelte Textilwaren können hingegen nicht recycelt werden. Auch Teppiche, Matratzen und einzelne Schuhe haben in den Sammelcontainern nichts zu suchen.
Die Textilsammlung ist eine öffentliche Dienstleistung. Südtirols Gemeinden haben diese Aufgabe an die Bezirksgemeinschaften delegiert, diese wiederum an Sozialgenossenschaften wie Renovas. Das Recycling von Textilabfällen ist kostenintensiv und nicht eigenständig tragfähig. Daher werden die Kosten über die Müllgebühren finanziert. Ungeeignete Ware erhöht die Kosten für alle.
Die gesammelten Textilien werden in Sortierbetrieben in Deutschland und Holland einzeln von Hand geprüft. Noch tragfähige Kleidung kommt in den Second-Hand-Markt, andere wird zu Recyclingfasern oder Putzlappen verarbeitet. Nicht verwertbare Ware wird verbrannt.
Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch neue gesetzliche Vorgaben. Die EU verpflichtet zur getrennten Erfassung von Alttextilien. Italien muss diese Vorgaben bis Juni 2027 umsetzen. Gleichzeitig sinkt der Marktwert von Alttextilien – Transport, Energie und Sortierung werden teurer.
Die Sozialgenossenschaft Renovas sichert mit der Sammlung Arbeitsplätze, auch für Menschen, die einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Gleichzeitig läuft eine Sensibilisierungskampagne. „Zu billig, zu schnell, zu viel: So entsteht Textilmüll“ ist einer der Botschaften.
Foto © Renovas