Politik
Aufgeweichter Bettenstopp
14.03.2026
Eine Liste mit insgesamt 56 Gemeinden sorgt derzeit für Diskussionen in der Südtiroler Tourismuspolitik. Es handelt sich um Gemeinden, die als strukturschwach oder abwanderungsgefährdet gelten und gleichzeitig weniger als 500.000 Nächtigungen pro Jahr aufweisen. Diese Gemeinden sollen künftig selbst entscheiden können, ob sie bestehende Tourismuszonen verlängern, die im Herbst auslaufen.
Die Liste wurde dem Zweiten Gesetzgebungsausschuss des Landtags übermittelt, der am 26. März ein Gutachten für die Landesregierung erstellen soll. Der Inhalt des Gutachtens war bei Drucklegung des Erker noch nicht bekannt. Auch der Rat der Gemeinden wird sich mit der Angelegenheit befassen.
Nicht alle der 56 Gemeinden verfügen jedoch tatsächlich über Tourismuszonen. Ein Teil der Gemeinden muss zunächst überprüfen, ob entsprechende Zonen vorhanden sind. Außerdem können Gemeinden mit mehr als 500.000 Nächtigungen pro Jahr trotz möglicher Abwanderungsgefährdung nicht von der Regelung profitieren.
Sollten Tourismuszonen vorhanden sein, kann eine Verlängerung lediglich durch einen Mehrheitsbeschluss im jeweiligen Gemeinderat erfolgen. Gleichzeitig gelten künftig neue Vorgaben für touristische Betriebe: Die maximale Größe soll auf 150 Betten begrenzt werden.
Da einige Gemeinden bereits signalisiert haben, keine Verlängerung anzustreben und andere möglicherweise gar keine Tourismuszonen besitzen, dürfte die Zahl der tatsächlich betroffenen Gemeinden am Ende deutlich unter den ursprünglich genannten 56 liegen.
Im Wipptal gelten die Gemeinden Brenner, Franzensfeste, Freienfeld, Pfitsch (ausgenommen Wiesen) und Sterzing als strukturschwach und abwanderungsgefährdet.