Am 15. März taucht Südtirol in Lila, um auf Essstörungen aufmerksam zu machen
Seit 2011 ist der 15. März in Italien der Tag, der der Sensibilisierung für Essstörungen gewidmet ist. An diesem Tag gedenkt man Giulia Tavilla, einem Mädchen aus Genua, das vor 16 Jahren im Alter von nur 17 Jahren starb, während sie auf einen Platz in einer Klinik wartete, um ihre Bulimie behandeln zu lassen.
Ihr Vater setzt sich seither unermüdlich dafür ein, dass die Behandlung von Essstörungen für alle Menschen und in ganz Italien zugänglich wird. Denn, wie Dr. Dalla Ragione, eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Behandlung von Essstörungen in Italien, häufig betont: An Essstörungen stirbt man nicht – man stirbt an der fehlenden Behandlung.
In Südtirol besteht ein sehr vielfältiges Behandlungsangebot, das kontinuierlich an die neuen Herausforderungen angepasst wird, die mit diesen Erkrankungen einhergehen. Dazu gehören unter anderem das sinkende Erkrankungsalter sowie die zunehmende Zahl schwerer Fälle mit psychiatrischen Komorbiditäten. Dennoch gab es auch in Südtirol im Jahr 2025 zwei Todesfälle infolge von Essstörungen.
Obwohl das Behandlungs- und Präventionsnetzwerk EAT-Net sehr gut strukturiert ist, gelingt es nicht immer, die richtige Behandlung rechtzeitig anzubieten – insbesondere in Krankenhäusern. Dort werden die Folgen von starkem Untergewicht manchmal unterschätzt oder Ärztinnen und Ärzte fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, um Menschen mit schweren Essstörungen zu behandeln. Das darf nicht mehr passieren.
Das Forum Prävention arbeitet gemeinsam mit dem Netzwerk EAT-Net intensiv daran, Fortbildungen für Fachpersonen im Gesundheitswesen, im Sport sowie im Schulbereich anzubieten. Ziel ist es, Essstörungen frühzeitig zu erkennen und zu wissen, wie Betroffene bestmöglich unterstützt werden können.
In Südtirol werden an diesem Tag das Kurhaus in Meran, die Regensburger-Allee in Brixen, Schloss Bruneck, der Kreisverkehr in Toblach, die neue Brücke in Neumarkt und das Kulturhaus in Schlanders lila beleuchtet.