Im Archiv des Klosters Neustift haben sich zahlreiche historische Fotografien, Glasplattennegative und Dias aus mehr als 150 Jahren erhalten. Sie dokumentieren besondere und alltägliche Momente aus dem Leben im Kloster und in den Stiftspfarreien. Vom 28. März bis zum 2. Mai sind gleich zwei Ausstellungen im Stiftsmuseum zu sehen. Danach wandert eine der Ausstellungen in mehrere der von den Chorherren betreuten Pfarreien.
Seit den 1860er Jahren halten professionelle Fotografen, aber auch die Chorherren selbst das Leben in und um Kloster Neustift fotografisch fest. Einer der ersten fotografierenden Chorherren war Ingenuin Heubacher, von dem sich frühe Farbaufnahmen von ca. 1910 erhalten haben, die nach dem Autochromverfahren der Brüder Lumière entstanden sind. Später wirkte der Physikprofessor Benedikt Purer über Jahrzehnte als Fotochronist des Klosters.
Prälat Eduard Fischnaller erklärt: „Wir holen die Bilder aus der Stille des Archivs, machen sie zugänglich und eröffnen den Menschen die Möglichkeit, über Geschichte, Gemeinschaft und die Bedeutung gemeinsamer Erinnerungen ins Gespräch zu kommen.“
Mit den beiden Ausstellungen „Spuren des Lichts“ und „Zeugnisse der Zeit“ werden nun ausgewählte Fotografien, originale Abzüge und historische Fotoapparate erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.
Kuratorin Sandra Mutschlechner erklärt: „In den rund 100 gezeigten Fotografien und Objekten verbindet sich das materielle Erbe der Fotografie mit den Geschichten der Menschen, die sie geschaffen haben. Fotografien sind nicht nur Bildträger, sondern komplexe Zeugnisse sozialer Praxis.“
Die Wanderausstellung „Spuren des Lichts – Fotografien aus dem Archiv von Kloster Neustift“ zeigt Reproduktionen ausgewählter Fotografien und gibt Einblicke in das Leben im Kloster und in den von den Chorherren betreuten Pfarreien. Nach der Präsentation im Stiftsmuseum wird die Ausstellung auch in mehreren Pfarreien zu sehen sein.
Parallel dazu bietet die Kabinettausstellung „Zeugnisse der Zeit – Das fotografische Archiv von Kloster Neustift“ im Stiftsmuseum einen vertieften Blick auf das Archiv selbst. Historische Abzüge, Fotoalben, Postkarten und alte Kameras machen sichtbar, welche Rolle die Fotografie im kollektiven Gedächtnis der Gemeinschaft spielt.
Gemeinsam eröffnen die Wander- und die Kabinettausstellung unterschiedliche Zugänge zum Neustifter Fotoarchiv und seinen faszinierenden Beständen: Während die reproduzierten Fotografien in der Wanderausstellung Einblicke in das Leben der Klostergemeinschaft und ihre Verbindungen nach außen bieten, macht die Kabinettausstellung die materiellen Spuren der fotografischen Praxis selbst anschaulich – und lässt so das fotografische Gedächtnis von Kloster Neustift in seiner ganzen Vielfalt erlebbar werden.