Gesellschaft
Carabinieri sensibilisieren gegen Seniorenbetrug
04.04.2026
Das Engagement der Carabinieri von Brixen zum Schutz schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen wird konsequent fortgesetzt. Auf Wunsch der Gewerkschaft AGB/CGIL fand am 18. März ein Informationstreffen statt, die sich gezielt mit der Bekämpfung von Betrugsmaschen zum Nachteil älterer Menschen befasste. An dem Treffen nahmen führende Vertreter der Carabinieri teil, darunter Hauptmann Giuseppe Specchio als Kommandant der Kompanie Brixen sowie die Stationskommandanten aus Klausen und Natz-Schabs, Oberstabsmeister Luca Sabetta und Oberwachtmeister Gerardo Cipriano.
Im Rahmen des Seminars erläuterten die Referenten die gängigsten Täuschungsmethoden, mit denen Kriminelle die emotionale Lage, die körperliche Gebrechlichkeit oder die Einsamkeit ihrer Opfer ausnutzen. Ein häufiges Phänomen sind Anrufe falscher Polizeibeamter oder Anwälte, die unter dem Vorwand von Notfällen in der Verwandtschaft Geld für Kautionen oder medizinische Behandlungen fordern und dabei die Abholung durch Beamte in Zivil ankündigen. Ebenso wurde vor dem Enkeltrick gewarnt, bei dem die Opfer durch geschickte Gesprächsführung dazu gebracht werden, Bargeld an angebliche Bekannte zu übergeben. Weitere Maschen umfassen falsche Techniker, die etwa Gaslecks vortäuschen, um Senioren dazu zu bewegen, ihren Schmuck an vermeintlich sicheren Orten wie dem Gefrierfach zu verstecken, um diesen dann zu entwenden. Auch moderne Methoden wie der kontaktlose Diebstahl kleiner Geldbeträge mittels versteckter Lesegeräte in Menschenmengen wurden thematisiert.
Um diesen Verbrechen entgegenzuwirken, die neben wirtschaftlichen Schäden oft auch zu psychischer Isolation führen, stellten die Carabinieri praktische Sicherheitsregeln auf. Sie rieten dazu, Fremden gegenüber grundsätzlich misstrauisch zu sein und diese nicht in die Wohnung zu lassen, da Höflichkeit oder ein Dienstausweis allein keine Sicherheit bieten. Behördenvertreter agieren im Regelfall in Uniform und kündigen sich an. Im Zweifelsfall sollte stets die entsprechende Behörde oder der Notruf 112 kontaktiert werden. Zudem wurde empfohlen, am Telefon niemals persönliche Daten preiszugeben, im öffentlichen Raum kein Bargeld offen zu zeigen und bei Haustürgeschäften auf bargeldlose Zahlungen zu setzen. Eine gute Nachbarschaft und die sofortige Meldung verdächtiger Vorfälle bilden dabei eine wesentliche Grundlage für die Sicherheit.
Zum Abschluss des Treffens unterstrich Hauptmann Giuseppe Specchio die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Institutionen. Er stellte klar, dass Betrug nicht nur finanziellen Schaden anrichtet, sondern auch das Vertrauen und die Würde der Betroffenen verletzt. Er betonte, dass niemand sich schämen müsse, Hilfe zu suchen oder Rat einzuholen. Da ein Carabiniere niemals Geld fordert, sei die Aufmerksamkeit der Bürger in Verbindung mit der ständigen Präsenz der Einsatzkräfte das wirksamste Mittel, um die schwächsten Mitglieder der Gemeinschaft zu schützen.
Foto © Carabinieri Brixen