Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Brenner brachte die Freie Liste Brenner drei Beschlussanträge ein, die allesamt inhaltlich gewürdigt, jedoch von der Regierungsmehrheit (SVP) mit neun zu fünf Stimmen abgelehnt wurden.
Der erste Antrag betraf die Verlegung der Wertstoffsammelstelle im Dorfzentrum von Gossensaß. Die Freie Liste argumentierte, dass der derzeitige Standort aufgrund der Nähe zum Kindergarten, des erhöhten Verkehrsaufkommens und der Gefahren durch Glasscherben im Bereich von Spielplätzen nicht mehr zeitgemäß sei. Ziel des Antrags war es, die Sammelstelle an einen geeigneteren, zentrumsnahen Ort zu verlegen und die freiwerdende Fläche sinnvoll – etwa als Kurzzeitparkplatz oder Grünfläche – zu nutzen.
Bürgermeister Martin Alber und der zuständige Referent Peter Mair verwiesen jedoch darauf, dass bereits alternative Planungen bestehen, konkret die Errichtung von zwei anderen Sammelstellen. Eine Verlegung der bestehenden Struktur wurde daher vorerst nicht weiterverfolgt.
Neue Serviceinfrastruktur
Der zweite Antrag sah die Projektierung einer neuen Serviceinfrastruktur im Bereich des Gemeindeparks in Gossensaß vor. Hintergrund ist, dass zentrale Einrichtungen wie Spielplatz, Festplatz, Eislaufplatz und Schwimmbad nahe beieinander liegen und stark genutzt würden. Die Freie Liste schlug vor, ein modernes Gesamtkonzept zu entwickeln, das u. a. gastronomische Angebote für Parkbesucher und Nutzer der Freizeitanlagen vorsieht.
Seitens der Mehrheit wurde der Bedarf grundsätzlich anerkannt. Allerdings sei derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für eine Umsetzung. Man müsse zunächst das Gemeindeentwicklungsprogramm, den internationalen Ideenwettbewerb sowie die geplante Tiefgarage im Dorfzentrum abwarten, weshalb die Mehrheit den Vorschlag ablehnte.
Autofreies Wochenende
Der dritte Antrag zielte auf die Organisation eines autofreien Wochenendes im Zentrum von Gossensaß ab. Vorgesehen war u. a. die Sperrung zentraler Straßen und Plätze sowie eine Kombination mit dem Wipptaler Radtag, um die Sicherheit und Attraktivität der Veranstaltung zu erhöhen.
Auch in diesem Fall stellte die Mehrheit die grundsätzliche Idee nicht in Frage, verwies jedoch auf praktische Schwierigkeiten: Es sei derzeit unklar, ob sich Vereine oder Organisationen finden lassen, die ein entsprechendes Fest ausrichten könnten. Zudem halte man den vorgeschlagenen Termin nicht für geeignet und wolle zunächst selbst einen passenden Zeitpunkt definieren.
Aus Sicht der Antragsteller hätte dies jedoch kein Hindernis für eine grundsätzliche Zustimmung darstellen müssen, da es sich primär um eine Frage der Umsetzung und nicht der Zielsetzung handle.
Abgelehnt
Die Abstimmung fiel denn auch negativ aus. Die Mehrheit der SVP-Vertreter sprach sich gegen die Beschlussanträge aus, die damit versenkt wurden.