Gesellschaft
Austausch in Brixen
07.04.2026
Vor kurzem haben sich die Carabinieri und das Anti-Gewalt-Zentrum der Bezirksgemeinschaft Eisacktal in Brixen über digitale Überwachung in toxischen Beziehungen ausgetauscht – insbesondere im Kontext des „Codice Rosso“-Einsatzes.
Der Fokus lag auf einer der häufigsten Stalking-Bedrohungen: der heimlichen Verfolgung des Opfers durch Smartphones und andere Geräte durch den Ex-Partner. Um diesem Risiko zu begegnen, stellten die Carabinieri Leitlinien vor, mit denen Manipulationen und Anzeichen ungewollter Überwachung erkennbar werden.
„Gewalt findet heute nicht mehr nur auf Straßen statt, sondern lautlos in unseren Smartphones”, so der Kommandant der Carabinieri-Kompanie von Brixen. Mit digitalen Tipps wollen sie Opfern zeigen: Täter hinterlassen “digitale Fingerabdrücke” und können auf diese Weise entlarvt werden.
Wichtig und hilfreich können folgende Überprüfungen auf dem eigenen Gerät sein:
● Geräteintegrität: Prüfen Sie erweiterte Berechtigungen („Administrator“ oder „Sonderzugriff“) und suchen Sie nach Apps, die sich unter harmlosen Namen wie „System Update“ oder „Battery Saver“ verstecken.
● Kontenanalyse: Kontrollieren Sie bei Google- und Apple-ID-Konten, ob aktive Sitzungen stattgefunden haben, um missbräuchliche Fernzugriffe und E-Mail-Weiterleitungen zu erkennen.
● Messaging-Apps: Überwachen Sie Web- oder Desktop-Sitzungen bei WhatsApp, Telegram und Signal, um Nachrichtenklonierungen zu stoppen.
● Physische Sicherheit: Nutzen Sie Scanner, um versteckte Tracker wie AirTags aufzuspüren, die zur physischen Verfolgung des Opfers platziert wurden.
Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus verbinden die Carabinieri Fachwissen mit menschlicher Sensibilität und schaffen so ein enges Schutznetz. Ziel ist es, jeder Frau nicht nur physische Sicherheit, sondern auch digitale Freiheit zurückzugeben. Denn niemand hat das Recht, ein Smartphone in eine unsichtbare Fessel zu verwandeln.