Kultur
Zeitgenössisches, partizipatives Kunstprojekt in Franzensfeste
22.04.2026
Zwei namenlose Orte prägen die Landschaft der Gemeinde Franzensfeste: Das Staubecken der 1940 errichteten Staumauer sowie der Aushub des Brenner Basis Tunnels, in Aufbau seit 2007. Beide Orte von Menschen geschaffen, beide Orte in Franzensfeste, einer Gemeinde, die seit ihrer Gründung vom steten Fluss der Besiedelung und Entsiedelung geprägt ist.
Beide Elemente in der Landschaft sind durch fehlende Ansprechbarkeit „in einer Anonymität verharrend, die ihre Natur als ‚Fremdkörper‘ oder rein funktionale Elemente widerspiegelt“, so die Künstler und Künstlerinnen. Nun ist die Bevölkerung der Gemeinde Franzensfeste aufgerufen, sich an der Namensfindung und -gebung zu beteiligen.
Zum Treffen am 24. April (18.00 – 19.30 Uhr) im Mehrzweckgebäude in Mittewald sind alle Bewohner der Gemeinde Franzensfeste eingeladen.
Bei diesem zeitgenössischen, partizipativen Kunstprojekt geht um den Prozess, es geht um den Bezug des Menschen zu seiner Umgebung. Formt er sie nur? Spürt er sie? Spricht er sie? Normalerweise entstehen und verfestigen sich Orts- und Landschaftsnamen durch die lang ansässige Bevölkerung, sie werden mit der Zeit geformt und verformt, entwickeln sich weiter, so wie sich die Sprache des Menschen im Laufe der Generationen verändert und anpasst. Dieser Prozess des Schleifens, Reibens und Anpassens soll nun im Rahmen eines künstlerischen Projekts beobachtet und aufgenommen werden. Quasi in Zeitraffer. Wer könnten passendere Protagonisten dieses Prozesses sein als die Bewohner der Gemeinde Franzensfeste selbst? Wie versprachlichen sie die Umgebung, die sie täglich umgibt?
Im Fokus der Beobachtungen des künstlerischen Duos Museo Wunderkammer, dargestellt durch Giusi Campisi und Luca Bertoldi, steht weniger das Ergebnis der Namensfindung und mehr der Prozess, der in diesen eineinhalb aktiven Stunden am Freitagabend durchlaufen werden kann.
Das Projekt ist ein erster Schritt in Richtung der diesjährigen FORT biennale, die zum zweiten Mal in der Festung Franzensfeste stattfinden wird. Arbeitsauftrag der Kuratoren Hannes Egger, Andrea Lerda und Veronika Vascotto an Museo Wunderkammer war, durch den Einbezug der Einwohner des Ortes Franzensfeste den Bogen zum Collective zu schlagen. Das Bearbeiten und mögliche Erreichen eines Ziels als Kollektive, in Gemeinschaftlichkeit, so wie der Arbeitstitel der FORT biennale 2026 lautet. „Im Grunde wird hier eine tief politische Fragestellung auf eine verspielte Art und Weise durchgearbeitet“, so der Kurator Hannes Egger. In der Tat passt und gehört dieser Ansatz in die Abteilung PLAY der vier Akte THINK PLAY DANCE ACT, in der die FORT biennale 2026 spielen wird.
Die Vernissage der Ausstellung FORT biennale in der Festung Franzensfeste findet am 13. Juni statt.
Die Ergebnisse dieses Aufrufes werden in die Ausstellung einfließen.