Gesellschaft
Dreister Betrug in Sterzing: Carabinieri holen 50.000 Euro zurück
29.06.2026
Den Carabinieri von Sterzing ist ein bedeutender Ermittlungserfolg im Kampf gegen die Cyber-Kriminalität gelungen. Nach der bekannten Masche des „falschen Carabiniere“ konnten die Beamten eine bereits getätigte Echtzeitüberweisung in Höhe von 50.000 Euro im letzten Moment stoppen und sichern. Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem zwei Tatverdächtige identifiziert und bei der Staatsanwaltschaft Bozen wegen des Verdachts auf gemeinschaftlich begangenen schweren Betrug auf freiem Fuß angezeigt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für beide Personen die Unschuldsvermutung.
Der Vorfall ereignete sich Mitte Juni 2026. Ein Ehepaar erhielt zunächst eine SMS, die auf eine angeblich verdächtige Banktransaktion hinwies. Anschließend wurden die Geschädigten mehrfach von einem vermeintlichen Angehörigen der Carabinieri telefonisch kontaktiert. Durch geschickte Täuschung und die Vorspiegelung falscher Tatsachen redete der Anrufer den Eheleuten ein, ihr eigenes Konto müsse wegen der angeblichen Sicherheitsrisiken sofort geschlossen werden. Er drängte sie schließlich dazu, eine Echtzeitüberweisung über die gesamte Summe von 50.000 Euro auf ein angegebenes Konto zu veranlassen.
Als das Ehepaar den Betrug kurz darauf erkannte, wandte es sich umgehend an die Ermittler. Aufgrund dieser schnellen Anzeige leiteten die Einsatzkräfte unverzüglich die notwendigen Sofortmaßnahmen ein. Sie kontaktierten das Empfängerinstitut und wiesen auf den betrügerischen Hintergrund der Transaktion hin. Im Wege einer Eilmaßnahme wurde das Empfängerkonto daraufhin administrativ gesperrt. Obwohl die Überweisung in Echtzeit ausgeführt worden war, verhinderte das rasche Einschreiten der Carabinieri, dass die Tatverdächtigen über das Geld verfügen konnten. Die gesamte Summe wurde gesichert und kann nach Abschluss der von der Justizbehörde vorgesehenen Verfahren an die Geschädigten zurückerstattet werden.
Hauptmann Francesco Lorenzi, Kommandant der Carabinieri-Kompanie Sterzing, erklärt dazu: „Dieser Fall zeigt, wie entscheidend es ist, einen Betrug unverzüglich anzuzeigen – selbst dann, wenn man glaubt, das Geld sei bereits unwiederbringlich verloren. Die schnelle Meldung und die enge Zusammenarbeit zwischen den Carabinieri und den Kreditinstituten können es ermöglichen, Geldbeträge zu sichern, bevor sie von den Tätern abgehoben oder weitergeleitet werden. In den vergangenen Monaten haben wir zahlreiche Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gemeindeverwaltungen organisiert, um über die Betrugsmaschen des ‚falschen Carabiniere‘ und des ‚falschen Bankmitarbeiters‘ aufzuklären. Diese Präventionsarbeit werden wir fortsetzen, denn Information und Aufmerksamkeit sind der wirksamste Schutz vor solchen Straftaten.“
Appell an die Bevölkerung
Die Carabinieri mahnen aus diesem Anlass erneut zu größter Vorsicht bei Telefonanrufen oder Nachrichten von Personen, die sich als Angehörige der Sicherheitskräfte oder als Bankmitarbeiter ausgeben und zu dringenden Überweisungen oder anderen Bankgeschäften auffordern. Im Zweifelsfall sollte das Gespräch sofort beendet und die Behörden über den offiziellen Notruf 112 oder das eigene Kreditinstitut über die bekannten Kanäle kontaktiert werden.