Umwelt
4.610 Projekte gefördert
18.07.2026
Der Nationale Aufbau- und Resilienzplan
(PNRR) umfasst in Südtirol zum Stichtag 30. Juni 2026 insgesamt 4.610
genehmigte Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 1,75 Milliarden
Euro. Das kürzlich von der PNRR-Taskforce des Landes Südtirol
veröffentlichte Dossier zeigt einen breiten Investitionsrahmen, der von
der Digitalisierung über Bildung, Mobilität und Energie bis hin zu
Gesundheit und sozialer Inklusion reicht.
"Der PNRR hat Südtirol einen außergewöhnlichen Anschub für wichtige
Zukunftsprojekte gebracht. Wir haben die Mittel genutzt, um unsere
Gemeinden finanziell zu entlasten und einen strukturellen Wandel
voranzutreiben – von der Digitalisierung bis zur Energiewende", so
Europa-Landesrätin Magdalena Amhof. Besonders stolz sei sie auf die
Stärkung der Lebensqualität direkt vor Ort: "Durch neue Kitas,
Schulbauten und eine flächendeckende, wohnortnahe Gesundheitsversorgung
bringen wir die Dienste wieder viel näher zu den Menschen in unserem
Land", führt Amhof aus. Der PNRR ist mit 30. Juni ausgelaufen, sämtliche
Projekte müssen bis Ende des Jahres verwirklicht sein.
Laut Alexander Steiner, Generaldirektor des Landes Südtirol habe es der
PNRR ermöglicht, wichtige Zukunftsinvestitionen mit dem Ziel einer
bürgernahen Verwaltung zu verbinden. Viele der umgesetzten Projekte
tragen dazu bei, öffentliche Dienste einfacher, digitaler und näher an
den Menschen zu gestalten. Davon würden Bürger unmittelbar im Alltag
profitieren.
Der PNRR hat für Südtirol wertvolle Möglichkeiten geschaffen, war aber
auch eine Herausforderung in der Umsetzung. Umso mehr dankt
Landeshauptmann Arno Kompatscher allen Beteiligten in der
Landesverwaltung und in den Gemeinden für die gute Zusammenarbeit, die
es ermöglicht hat, dieses zukunftsweisenden Projekte zeitgerecht auf den
Weg zu bringen.
Die PNRR-Missionen im Detail
Im Detail umfasst der Plan sieben Missionen, die an den europäischen
Zielsetzungen nachhaltiger Entwicklung, Innovation und Resilienz
ausgerichtet sind. Die Mission 1 zu Digitalisierung,
Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Kultur und Tourismus bündelt 1.298
Projekte mit 236,4 Millionen Euro. Dazu gehören das Projekt "Simply
digital" zur Optimierung des Landeswebportals "myCivis", das Programm
"Mille esperti" mit 22 Expertinnen und Experten zur Vereinfachung von
Verfahren, Maßnahmen zu Cybersecurity sowie digitale Dienste für Schulen
und Gemeinden. Gefördert wurden auch die Aufwertung der historischen
Ortskerne von Stilfs, Projekte in Enneberg und Schnals.
Die Mission 2 zur grünen Revolution und zum
ökologischen Wandel ist mit 2.333 Projekten und 652,3 Millionen Euro die
umfangreichste. Darunter fallen unter anderem Solarparks auf
landwirtschaftlichen Gebäuden, Innovation in der Landwirtschaft, "Green
Communities" im Vinschgau, grüne Busse und Züge, das Projekt "Hydrogen
Valley Südtirol", Elektroladesäulen, neue Schulen, der Superbonus, der
Ausbau von Fernheizwerken und Investitionen in Abwasser- und
Bewässerungssysteme.
Unter die Mission 3 für nachhaltige Mobilität fallen 9
Projekte mit 119,4 Millionen Euro. Im Mittelpunkt steht die Potenzierung
des regionalen Eisenbahnnetzes mit Riggertalschleife und Virgltunnel.
Die Mission 4 für Bildung und Forschung umfasst 442
Projekte mit einem Gesamtvolumen von 541 Millionen Euro. Getätigt wurden
unter anderem Investitionen in Kitas und Kindergärten,
Schulsportanlagen, den Ganztagsunterricht, Maßnahmen gegen Schulabbruch,
Bildungsorientierung, die Weiterbildung des Schulpersonals sowie
Forschungsprojekte der Freien Universität Bozen und der EURAC.
Die Mission 5 zu Zusammenhalt und Inklusion umfasst 49
Projekte mit 23,7 Millionen Euro. Dazu zählen das Programm GOL für die
Beschäftigungsfähigkeit, Maßnahmen für weibliches Unternehmertum, der
universelle Zivildienst, Projekte im Sozialbereich, die städtische
Erneuerung, Sport und soziale Inklusion.
Die Mission 6 für Gesundheit vereint 98 Projekte mit
112,4 Millionen Euro: Gemeinschaftshäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen,
Gemeinschaftskrankenhäuser, Telemedizin, der Ausbau der häuslichen
Pflege, die Modernisierung der technischen und digitalen Ausstattung in
den Krankenhäusern sowie die Weiterbildung.
Mit 381 Projekten und 64,1 Millionen Euro ergänzt die Mission 7 –
REPowerEU den Plan. Sie umfasst neue, grüne Züge, Maßnahmen zur
Verbesserung der Klimaresilienz von Netzen, zusätzliche Schritte zur
Wasserstoffproduktion und die Maßnahme Transition 5.0.
(LPA; Foto: Adobe Stock)