Verkehr
Verkehrsdialog: Grenzen des Transitverkehrs
29.07.2026
Die SVP-Bezirksobmänner Sebastian Helfer und Peter Brunner luden im Juli zu einem hochkarätig besetzten Verkehrsdialog ein. Rund 100 Interessierte diskutierten in der Festung Franzensfeste intensiv über die Zukunft des Transitverkehrs.
Europaabgeordneter Herbert Dorfmann berichtete über europäische Entwicklungen in Brüssel, während Kammerabgeordnete Renate Gebhard Einblicke in die parlamentarische Arbeit in Rom gab. Landeshauptmann Arno Kompatscher informierte über die anstehende Neuausschreibung der Brennerautobahnkonzession und erläuterte das Konzept des „Digital Green Corridor“.
Gerade in der Neuausschreibung sieht Kompatscher eine entscheidende Chance: Erstmals werden darin konkrete Maßnahmen verankert, welche die Anwohner spürbar entlasten sollen: „Mit dem ‚Digital Green Corridor‘ setzen wir den Fokus für die nächsten Jahre so, dass die Brennerautobahn modernen Standards angepasst wird. Das bringt wesentliche Fortschritte bei Lärmschutz und Luftreinhaltung.“ Südtirol sichert sich dabei etwa 36 Prozent des geplanten Investitionsvolumens, das direkt in Lärmschutzwände, moderne Auffangparkplätze und den Ausbau der Ladeinfrastruktur fließt. Zudem bleibt man im engen Austausch mit Frächterverbänden, um die Verkehrssteuerung zu optimieren. Diskutiert werden dabei Modelle wie variable Mautgebühren, verbindliche Slot-Systeme oder Umweltabgaben.
Renate Gebhard hob die Problematik des Ausweichverkehrs hervor: „Der LKW-Verkehr muss zwingend auf der Autobahn bleiben. Es darf nicht sein, dass er auf Landstraßen ausweicht und Dörfer blockiert.“ Dafür werde man sich in Rom weiter einsetzen. Herbert Dorfmann zeigte sich optimistisch, dass eine länderübergreifende EU-Lösung gelingt.
Das Fazit: Die Brennerautobahn bleibt für Südtirol zentral, die Belastung für Mensch und Natur aber hoch. Die jüngsten Impulse stimmen dennoch zuversichtlich.