Gesundheit
Offene Forderungen im Sanitätsbetrieb
07.08.2026
Seit dem 1. Dezember 2025 stellt der Gesundheitsbezirk Brixen keine Rechnungen mehr für ambulante Leistungen aus.
Dem Sanitätsbetrieb entgehen dadurch monatlich rund 200.000 Euro. Das Geld sei aber nicht verloren, erklärte Landesrat Hubert Messner auf die Anfrage des Landtagsabgeordneten Franz Ploner (Team K) hin. Die Einnahmen würden lediglich zu einem späteren Zeitpunkt verbucht. Die Verrechnung der im Dezember 2025 erbrachten Leistungen war für Juli 2026 vorgesehen. Die Abrechnung der folgenden Monate soll dann schrittweise folgen.
Derzeit stehen in den vier Gesundheitsbezirken Bozen, Meran, Brixen und Bruneck Forderungen für ambulante Leistungen in Höhe von fast 4,7 Millionen Euro aus (seit 2023).
Ob das neue EDV-System zu einem Rückgang der ambulanten Visiten geführt hat, ließ der Landesrat offen. In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Totalausfällen gekommen: Am 8. April stand die Software in allen vier Bezirken rund drei Stunden lang still. Weitere Störungen betrafen im Jänner und Juni die ambulante Krankenakte sowie die elektronische Rezeptausstellung. Für Wartung und Support zahlt der Sanitätsbetrieb dem Hersteller GPI über einen Zeitraum von vier Jahren rund 2,1 Millionen Euro – jährlich 526.562 Euro.
„Ein Betrieb, der acht Monate auf seine Rechnungen warten muss und gleichzeitig Millionen für ein instabiles System zahlt, braucht dringend eine politische Kurskorrektur“, so Franz Ploner in einer Aussendung. Die politische Verantwortung dafür trage der zuständige Landesrat.