Kultur
Interreg-Kleinprojekt im Wipptal
30.08.2026
Das Wipptal verbindet nördlich und südlich des Brenners zwei Regionen mit gemeinsamer Sprache, denselben Bräuchen und einem reichen kulturellen Erbe, die dennoch kaum miteinander vernetzt sind. Das Interreg-Kleinprojekt „Grenzenlos kulturell“ hat sich genau das zum Ziel gesetzt: die kulturellen Potenziale beider Regionen erstmals systematisch zu erfassen und eine strategische Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zu schaffen.
Im Auftrag der Tourismusgenossenschaft Sterzing Pfitsch Freienfeld und der Gemeinde Matrei am Brenner haben die Konzeptersteller Myriam Antinori und Thomas Schafferer (Innsbruck) ein umfassendes Kulturkonzept erarbeitet. Die Grundlage: 35 persönliche Interviews mit Vereinsvertreter, Kulturschaffenden und Gemeindeverantwortlichen beider Regionen sowie ein grenzüberschreitender Workshop, bei dem Akteure aus Nord und Süd erstmals gemeinsam an einem Tisch saßen.
Das Ergebnis ist eindeutig: Das Wipptal verfügt über ein reiches kulturelles, musikalisches und handwerkliches Erbe. Doch grenzüberschreitend vernetzt ist davon kaum etwas. Kooperation scheiterte bisher nicht an fehlendem Willen, sondern an fehlender Struktur: kein gemeinsamer Kulturkalender, keine gemeinsamen Kommunikationskanäle, keine dauerhaften Ansprechpersonen.
Das 115-seitige Konzept zeigt konkrete Wege auf. Als wichtigste Empfehlung gilt die Einrichtung einer Koordinationsstelle „Kulturraum Wipptal“ als dauerhafte Basis für Vernetzung und gemeinsame Projektentwicklung. Ergänzend wurden vier sofort umsetzbare Kulturformate ausgearbeitet: „Heimatklänge“, ein interdisziplinäres Format mit Musik, Sprache und lokalen Autoren, „Wipptal anno dazumal“ - Begegnung über Kochtraditionen, historische Instrumente und Einakter - das Nordpark Festival, ein Nachwuchs-Musikfestival für Jugendliche aus dem gesamten Wipptal sowie ein Handwerks- & Kulinarikfest (Nord-Süd).
Die nächsten Schritte, insbesondere die Einrichtung der Koordinationsstelle und erste gemeinsame Kulturveranstaltungen, sollen in Abstimmung mit den Gemeinden und dem Interreg-Rat Wipptal angegangen werden.