Wirtschaft
Prozesstechniker für Südtirols Unternehmen
31.08.2026
Landesregierung und Berufsverbände setzen auf die Lehre, um den Fachkräfte-Nachwuchs zu sichern.
"Jugendliche, die an einer praktischen Ausbildung interessiert sind, hatten noch nie so viele zukunftsorientierte Lehrberufe zu Auswahl wie zurzeit", betont Landesrat Philipp Achammer. Auf seinen Vorschlag hin hat die Landesregierung am 28. August die Einführung eines neuen Lehrberufs beschlossen: Prozesstechniker bzw. Prozesstechnikerin. Mit diesem neuen Lehrberuf sollen zusätzliche praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche oder junge Erwachsene geschaffen werden. Gleichzeitig werden technologieintensive Betriebe in Südtirol dabei unterstützt, ihre Fachkräfte selbst auszubilden. In Südtirol stehen damit nun 110 Lehrberufe zur Wahl.
Laut Direktorin des Landesamtes für Lehrlings- und Meisterausbildung, Cäcilia Baumgartner, erhält die Industrie auf Antrag des Unternehmerverbandes Südtirol nun ein Berufsbild, das auf moderne Produktionsabläufe zugeschnitten ist. Prozesstechniker arbeiten mit computergesteuerten Maschinen und Produktionsanlagen, überwachen deren Ablauf und sorgen dafür, dass Produkte effizient und in gleichbleibend hoher Qualität hergestellt werden. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre. Die Lehrlinge werden in einem Südtiroler Betrieb ausgebildet und für den Schulbesuch an der Fachberufsschule Villach 2 im österreichischen Bundesland Kärnten eingeschrieben.
"Der Lehrberuf des Prozesstechnikers vermittelt eine Fachkompetenz, die unsere Industrieunternehmen mit ihren hochautomatisierten Produktionsanlagen heute und in Zukunft dringend brauchen", so der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol Alexander Rieper. "Ausbildung und Praxiserfahrung gehen hier Hand in Hand. Wir können damit neue Zielgruppen ansprechen und jungen Fachkräften in unseren Betrieben eine spannende Perspektive bieten. Insofern begrüßen wir diese Initiative ausdrücklich."
Weiters werden mit dem Beschluss der Landesregierung deutschsprachige Berufsbezeichnungen an die im benachbarten Ausland gebräuchlichen Bezeichnungen angepasst: Aus "Landmaschinentechniker/Landmaschinentechnikerin" wird "Landmaschinenmechatroniker/Landmaschinenmechatronikerin", aus "Baumaschinentechniker/ Baumaschinentechnikerin" wird "Baumaschinenmechatroniker/Baumaschinenmechatronikerin". Dadurch lassen sich Berufsabschlüsse international leichter vergleichen und anerkennen. Das erleichtert Fachkräften den Zugang zum Arbeitsmarkt über Ländergrenzen hinweg.
Die aktualisierte Liste der Lehrberufe tritt ab der Veröffentlichung im Amtsblatt der Region Mitte September in Kraft; ab diesem Zeitpunkt können Lehrverträge in den neuen Berufsprofilen abgeschlossen werden.
Weitere Informationen sind im Landesamt für Lehrlings- und Meisterausbildung erhältlich bei Sabine Scherer, Telefon 0471 41 69 93, sabine.scherer@provinz.bz.it oder auf der Website www.provinz.bz.it/lehre.
(LPA; Foto © LPA/Landesamt für Lehrlings- und
Meisterausbildung/Xtimber AG)