Kultur
Ein neuer Turm für die Gemeinschaft
06.09.2026
Am 19. September öffnet das neue soziale und kulturelle Herzstück der Gemeinde Franzensfeste offiziell seine Tore. Das architektonisch markante „Haus Km. 488“ in der Brennerstraße 2 versteht sich als offener Treffpunkt und Gemeinschaftsort für alle Generationen und Kulturen.
Dem Bau des Hauses ging ein tief verankerter partizipativer Prozess voraus. Bereits im Oktober 2016 erarbeiteten Bürger gemeinsam mit lokalen Vereinen und Verbänden sowie dem Bürgermeister in einer engagierten Ideenschmiede das pädagogisch-soziale Nutzungskonzept. Entstanden ist kein starres Kulturhaus, sondern ein dynamischer, offener Raum für Kunst, Musik, Bildung und sozialen Austausch.
Der „vertikale Boulevard“
Um den minimierten Fußabdruck des Grundstücks optimal zu nutzen, entwickelten die Architekten ein vertikales Raumprogramm. Die einzelnen Ebenen werden im Inneren durch eine skulpturale, spiralförmige Treppenanlage verbunden, die als „vertikaler Boulevard“ fungiert und zufällige Kontakte zwischen den Besuchern spielerisch fördert.
Im Erdgeschoss empfängt ein offenes, einladendes Foyer die Gäste. Das erste Obergeschoss bildet das gemeinschaftliche „Wohnzimmer“ mit einer voll ausgestatteten Küche und einer gemütlichen Bibliothek. Das zweite Obergeschoss beherbergt einen edel holzvertäfelten Mehrzweckraum mit modernster Präsentationstechnik für Kurse, Workshops und Ausstellungen. Gekrönt wird das Gebäude von einer 25 m² großen Dachterrasse, die einen gemütlichen Treffpunkt unter freiem Himmel bietet.
Architektur mit historischem Bewusstsein und Nachhaltigkeit im Fokus
Architektonisch setzt das markante Gebäude ein selbstbewusstes Zeichen im Dorfzentrum. Seine polygonale Turmform und die unregelmäßig gesetzten Fensteröffnungen verleihen der Skulptur eine monumentale Plastizität. Als narrative Brücke zur Lokalgeschichte wurde die monolithische Sichtbetonhülle mit pompejanisch rotem Zement gegossen – eine Hommage an das charakteristische, ehemals an dieser Stelle stehende ANAS-Straßenwärterhaus. Gleichzeitig überzeugt das Haus durch ein konsequent nachhaltiges Konzept: Die hoch gedämmte Gebäudehülle minimiert im Zusammenspiel mit einer hocheffizienten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung den Energieverlust und schont wertvolle Ressourcen.
Zur Eröffnung am 19. September sind alle Bürger herzlich eingeladen.
Programm
9.30 Uhr: Offizielle Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Klapfer, Vorstellung der Baugeschichte durch Architekt Anton Treyer sowie Grußworte von Landesrat Philipp Achammer und Magdalena Wild, der Präsidentin des Vereins Oppidum
10.30 Uhr: Feierliche Schlüsselübergabe und Banddurchschneidung.
Im Anschluss haben alle Besucher Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und sich bei musikalischer Unterhaltung und einem gemütlichen Beisammensein auszutauschen – für Speis und Trank ist bestens gesorgt.
Andrea Oberfrank
Über den Verein: Das Haus Km. 488 wird vom Verein Oppidum EO geleitet. Nach zwei Jahrzehnten, in denen der Verein die Kulturarbeit in der Festung Franzensfeste geprägt hat, konzentriert er sich derzeit primär auf das neue, lebendige Gemeinschaftszentrum im Dorfzentrum.