Kultur
Rossellinis Franziskus: Ein Heiliger zwischen Armut und Freiheit
22.09.2026
Am Mittwoch (23. September) zeigen das Zentrum für Regionalgeschichte und das Franziskanerkloster Bozen im Filmclub Bozen einen italienischsprachigen Film über den Heiligen. Zu dessen 800. Todestag geht es um Franz von Assisis prägende Wirkung auf Christentum, europäische Kultur und Kunst sowie seine bis heute aktuelle Kritik an Besitz und Macht.
Zum Abschluss der anlässlich des Franziskusjahres 2026 vom Zentrum für Regionalgeschichte und vom Franziskanerkloster Bozen organisierten Veranstaltungsreihe findet am 23. September um 20.00 Uhr im Filmclub Bozen ein Filmabend mit Gespräch statt. Gezeigt wird der Film von Roberto Rossellini, “Francesco giullare di Dio” (1950, 75 min.) und im Anschluss daran führt Siglinde Clementi ein Gespräch mit Pater Reinald Romander, Guardian des Franziskanerklosters Bozen und Gudrun Leitgeb, Tertiarschwester und Spiritualin im Vinzentinum, Brixen.
Franziskus von Assisi (1181/82 – 1226) ist der berühmteste Heilige des westlichen Christentums. Er lebte nach dem Vorbild Christi, eine Lebensweise ohne weltliche Güter inmitten der Natur, die zahlreiche Gleichgesinnte anlockte und auch die Kirche überzeugte: Franziskus wurde bereits zwei Jahre nach seinem Tod 1228 heiliggesprochen. Sein Leben fasziniert bis heute Christinnen und Christen aller Konfessionen. Er war der Begründer des Ordens der Minderen Brüder, Franziskaner und Mitbegründer der Klarissen. Die Franziskanerklöster in Bozen und Brixen entstanden bereits 1221 als erste Klöster der Minderen Brüder in deutschsprachigen Territorien. Franziskus hat nachhaltig das Christentum, aber auch die europäische Kultur und Kunst geprägt. Seine Absage an allen Besitz ist ein Stachel, der das kapitalistische Denken bis heute aufscheucht. Sein Leben fasziniert durch ein tiefes Freiheitsideal. Mit seinem Verständnis der Natur hat er Wege gewiesen, den Menschen nicht als Herrscher, sondern als Teil der Schöpfung zu begreifen.
Infos: Zentrum für Regionalgeschichte, Tel. 0472 062900, office@regionalgeschichte.it, www.regionalgeschichte.it