Gesellschaft
Fast zwei Millionen Zugriffe
30.09.2026
Das Bürgerportal myCIVIS entwickelt sich zunehmend zur zentralen digitalen Anlaufstelle für die Bürger in Südtirol. Allein von Ende Mai bis Ende August sind knapp 1,91 Millionen Zugriffe registriert worden, durchschnittlich 20.968 pro Tag.
Fast die Hälfte der insgesamt fast zwei Millionen Zugriffe beziehen sich auf den geschützten, persönlichen Bereich, in den sich jeder Bürger einloggen kann. Seit dem Start von myCivis im Februar 2026 konnten 93.681 sogenannte "Onboardings" abgeschlossen werden. Durch das Einloggen erhalten Bürger Zugang zu personalisierten Diensten, können künftig Anträge, Zahlungen, Dokumente, Termine und Mitteilungen an einem zentralen Ort verwalten und den Status ihrer Verfahren leichter nachvollziehen.
Die Benutzer suchen nicht nur nach Verwaltungsstrukturen oder Amtsbezeichnungen, sondern nach konkreten Anliegen. 64,8 Prozent der Anfragen an den digitalen myCIVIS-Agenten beziehen sich auf Interessen und Bedürfnisse. 1,2 Prozent der Anfragen nennen einen konkreten Verwaltungsdienst. Insgesamt wurden bereits mehr als 434.000 Interaktionen mit dem digitalen Assistenten gezählt.
Von Beginn an wurde das Portal auch konsequent anhand des Nutzerfeedbacks weiterentwickelt. Mehr als 47.000 Bewertungen und über 4300 Textkommentare wurden laut Südtiroler Informatik AG (SIAG) ausgewertet. Aus diesen Rückmeldungen wurden zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Dazu zählen die Stabilisierung der Authentifizierung, ein laufendes Fehlermonitoring, die Vereinfachung des Onboardings, eine neue semantische Suche mit KI-Unterstützung, die Migration und Vereinheitlichung von Datenbeständen sowie eine Überarbeitung der Arbeitsabläufe.
Was den Service Desk der Plattform betrifft, scheinen 87,8 Prozent der Anfragen als gelöst auf. 21.700 Fälle sind im untersuchten Zeitraum eingegangen und wurden über Sprachanruf, Live-Chat, WhatsApp oder andere Kanäle betreut. Auch die DigiPoints in den Gemeinden sind seit August in das Konzept eingearbeitet – ganz im Sinne einer Betreuung der Bürger auf allen Ebenen.
Zusatzfunktionen
Bis Jahresende werden weitere Funktionen integriert. Geplant sind eine einheitliche Übersicht über Zahlungen und Belege, die Integration von PagoPA-Zahlungen, weitere Vereinfachungen beim Onboarding, neue Möglichkeiten zur Verwaltung von Vollmachten sowie eine verbesserte Suche. Bis Ende des Jahres sollen zudem Dokumente, Bescheinigungen und Zertifikate verfügbar sein.
Im Jahr 2027 stehen weitere Entwicklungsschritte des Bürgerportals an: Vorgesehen sind die Weiterentwicklung einer myCIVIS-App, eine persönliche PEC-Adresse für Bürger, digitale Signaturdienste sowie ein eigenes Portal für Patronate und andere Vermittlerorganisationen. Gleichzeitig soll die Plattform schrittweise auf weitere Bereiche der öffentlichen Verwaltung ausgeweitet werden.
(LPA; Foto: LPA/Greta Stuefer)