Bis zum 1. November können sich junge Menschen aus allen Teilen Südtirols für „Promemoria_Auschwitz – Die Reise der Erinnerung“ 2027 bewerben. Das Jugendbildungsprojekt lädt junge Menschen dazu ein, sich gemeinsam mit Geschichte auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und Verbindungen zur Gegenwart herzustellen.
Insgesamt können 160 junge Menschen aus Südtirol, begleitet von 18 Tutoren, an dieser besonderen Reise teilnehmen. Hinzu kommen junge Menschen aus dem Trentino sowie aus dem Bundesland Tirol. Promemoria_Auschwitz ist damit auch ein grenzüberschreitendes Euregio-Projekt, bei dem junge Menschen unterschiedlicher Sprachgruppen, Regionen und Lebenswelten miteinander ins Gespräch kommen.
Den Auftakt machen mehrere Vorbereitungstreffen, bei denen sich die Teilnehmenden mit dem Zweiten Weltkrieg, der Shoah und der Geschichte des eigenen Landes beschäftigen. Vom 3. bis zum 8. März führt die gemeinsame Reise nach Krakau sowie zu den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Ein gemeinsames Nachtreffen bietet anschließend Raum, das Erlebte zu reflektieren und der Frage nachzugehen, was Geschichte mit unserer Gegenwart und dem eigenen Handeln zu tun hat. Denn bei Promemoria_Auschwitz geht es nicht nur um den Blick zurück. Geschichte zu kennen und zu verstehen bedeutet auch, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen einordnen zu können, kritisch hinzuschauen und Mechanismen von Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu erkennen.
Wie sehr das aktuelle Geschehen sowie gesellschaftliche Polarisierung, Menschenrechtsverletzungen und Rassismus junge Menschen beschäftigen, zeigen auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Viele Fragen haben keine einfachen Antworten. Umso wichtiger sind Räume, in denen junge Menschen unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, Zusammenhänge kritisch hinterfragen und miteinander ins Gespräch kommen können. Die Auseinandersetzung mit Geschichte kann helfen, Mechanismen von Ausgrenzung und Abwertung zu erkennen, aktuelle Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und darüber ins Gespräch zu kommen, wie ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben gestaltet werden kann.
Bewerben können sich junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren. Dabei geht es nicht darum, bereits viel historisches Wissen mitzubringen. Entscheidend sind die persönlichen Beweggründe und das Interesse, sich gemeinsam mit anderen auf diese Erfahrung einzulassen.
Warum möchte ich mitfahren? Welche Fragen beschäftigen mich? Warum möchte ich gemeinsam mit anderen hinschauen und mich mit Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen? Diese persönliche Motivation können die jungen Menschen in einem kurzen Schreiben beschreiben.