Politik
Tagung der Gemeindejugendreferentinnen und -referenten im NOI Tech Park
26.10.2026
Wie können Gemeinden junge Menschen stärker beteiligen und zugleich verlässliche Rahmenbedingungen für Jugendarbeit schaffen? Diese Frage zog sich am 23. Oktober wie ein roter Faden durch die Tagung der Gemeindejugendreferenten im NOI Tech Park in Bozen.
Rund 100 Personen nahmen teil, darunter waren Gemeindejugendreferenten sowie einige Bürgermeister aus über der Hälfte aller Gemeinden Südtirols. Eingeladen hatte das Netzwerk Jugendarbeit, dem Dachverband netz Offene Jugendarbeit, Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Südtiroler Jugendring, Forum Prävention, Jukas Kassianeum und Youth Info angehören und das vom Amt für Jugendarbeit koordiniert wird.
Im Zentrum der Veranstaltungen standen Entwicklungen und Herausforderungen der kommunalen Jugendarbeit und Jugendbeteiligung. Ein Vernetzungsmarkt machte erprobte Ansätze aus der Praxis sichtbar und bot Raum für direkten Erfahrungsaustausch. Fachliche Impulse richteten den Blick auf die Zukunft der Jugendarbeit, die Demokratiebildung und Jugendpartizipation in den Gemeinden sowie den Turbo-Jugendhaushalt als kommunales Beteiligungsinstrument, das jungen Menschen die Möglichkeit öffnet, Ideen einzubringen und Projekte mitzugestalten. In zwei Workshoprunden setzten sich die Teilnehmenden vertieft mit Extremismus und Radikalisierung, Nachtleben und Kulturarbeit, Präventionsarbeit sowie Kinder- und Jugendbeiräten als Form der Partizipation auseinander.
Jugendpartizipation gilt als wichtige Säule für das Gelingen der Dorf- und Landespolitik. Insbesondere mit der Finanzierungsschiene Turbo-Haushalt werden Jugendliche und ihre Ideen ernst genommen. "Damit stärken wir ihr Bewusstsein, dass sie ihre Anliegen und Erwartungen selbst in die Hand nehmen können", so Kathrin Schnitzer, Jugendreferentin der Gemeinde Gargazon.
Genauso wichtig sind Orte, an denen die Jugend zusammenkommen kann. Ein Jugendtreff allein macht allerdings noch keine Jugendarbeit aus. Fachkräfte und Ehrenamtliche begleiten Jugendliche, und unterstützen sie dabei, Ideen umzusetzen. "Wenn wir Jugendarbeit finanzieren, investieren wir nicht bloß in Räume und Angebote, sondern vor allem in junge Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihre Gemeinde mitgestalten", so Landesrat Philipp Achammer.
Jugendzentren, Jugendtreffs und Jugendräume in den Dörfern und Städten können analoge Schutzräume unserer Zeit sein: Orte, an denen junge Menschen kein Profil bedienen, nichts kaufen und keine Leistung erbringen müssen, um dazuzugehören. "Jugendarbeit ist daher kein Vergnügungsprogramm für die Freizeit, sondern eine essenzielle psychosoziale Infrastruktur für Südtirol", so der Direktor des Amtes für Jugendarbeit, Konrad Pamer.
(LPA; Foto © Amt für Jugendarbeit)