Südtirol wird kulturell vielfältiger – und mit ihm auch das Wipptal. Von 55.913 Menschen aus dem Ausland, die Ende 2023 in Südtirol ansässig sind, entfallen 2.285 auf den kleinsten Bezirk des Landes. Drei Wipptaler Gemeinden weisen einen überdurchschnittlichen Ausländeranteil auf.
Mit Stand 31. Dezember 2023 leben laut offiziellen Schätzungen 55.913 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Südtirol. Sie stammen aus insgesamt 150 verschiedenen Ländern und machen 10,4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus – das entspricht etwa 10 von 100 Einwohnern. Ein Großteil dieser Menschen – rund 56,8 Prozent – lebt in einer der sieben größeren Städte Südtirols.
Allein im Jahr 2023 sind 7.524 Ausländer nach Südtirol zugezogen. Mehr als die Hälfte davon (55,7 %) kam aus dem Ausland. Gleichzeitig verließen 3.680 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft das Land, hauptsächlich in Richtung anderer italienischer Provinzen. Daraus ergibt sich ein Wanderungsgewinn von 3.844 Personen. Davon entfällt der Großteil (84,2 % bzw. 3.238 Personen) auf den positiven Saldo mit dem Ausland: 4.194 Zuzüge über die Grenze stehen nur 956 Wegzüge ins Ausland gegenüber.
Bei der einheimischen Bevölkerung zeigt sich hingegen ein anderes Bild: 2.307 Südtiroler verlegten ihren Wohnsitz ins Ausland, während nur 857 aus dem Ausland zurückkehrten. Das ergibt einen negativen Wanderungssaldo von -1.450 Personen.
Die ausländische Bevölkerung in Südtirol weist zudem eine vergleichsweise hohe Geburtenrate auf. Während in den 1990er Jahren jährlich etwa 100 Kinder ausländischer Eltern geboren wurden, waren es im Jahr 2023 bereits 601. Das entspricht 11,1 Lebendgeborenen pro 1.000 ausländische Einwohner – deutlich mehr als bei der einheimischen Bevölkerung (8,5 Promille). Auch bei der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau liegt die ausländische Bevölkerung vorn: Eine in Südtirol lebende Ausländerin bringt im Schnitt 2,2 Kinder zur Welt, während es bei einheimischen Frauen nur 1,5 sind.
Niedrige Sterberate
Die Sterberate ist bei der ausländischen Bevölkerung ebenfalls niedriger. Im Jahr 2023 starben 124 ausländische Einwohner – das entspricht 2,3 Todesfällen pro 1.000 Personen. Zum Vergleich: Bei der inländischen Bevölkerung liegt die Sterberate bei 9,2 Promille. Die Geburtenbilanz der ausländischen Wohnbevölkerung fällt somit positiv aus (+477), während sie bei der einheimischen Bevölkerung negativ ist (-345).
Das Durchschnittsalter der ausländischen Bevölkerung beträgt 37,2 Jahre, während die einheimische Bevölkerung im Schnitt 44,5 Jahre alt ist.
Fast ein Drittel (27,7 %) der ausländischen Bevölkerung lebt in der Landeshauptstadt Bozen – das sind 15.466 Personen. In Meran sind es 7.338 Personen (13,1 %), in Brixen 2.757 (4,9 %). Insgesamt leben rund 31.754 Menschen ohne italienischen Pass (56,8 %) in den sieben Städten mit über 10.000 Einwohnern.
Die größten ausländischen Gemeinschaften stammen aus Albanien (6.924 Personen), Deutschland (4.698), Pakistan (4.038), Rumänien (3.930), Marokko (3.406), Kosovo (2.556) und der Ukraine (2.431). Diese sieben Gruppen stellen zusammen etwa die Hälfte der gesamten ausländischen Bevölkerung in Südtirol.
Überdurchschnittlich hoher Anteil
Im Wipptal gibt es drei Gemeinden mit einem überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil. Den höchsten verzeichnet Franzensfeste mit 29,8 Prozent. Auch in Brenner ist der Anteil mit 19,1 Prozent sehr hoch – landesweit liegt die Gemeinde damit auf Platz drei. In Sterzing beträgt der Anteil 12,3 Prozent. In den anderen drei Gemeinden im Bezirk liegt er weit unter dem Durchschnitt: in Pfitsch bei 7,0 Prozent, in Freienfeld bei 6,8 Prozent. Den niedrigsten Ausländeranteil hat die Gemeinde Ratschings: Dort liegt er bei 5,4 Prozent. Landesweit den niedrigsten Anteil weist Laurin mit 0,3 Prozent auf.
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Ausländische Wohnbevölkerung im Wipptal*
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Gemeinde
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Absoluter Wert
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%
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Brenner
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452
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19,1
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Franzensfeste
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328
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29,8
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Freienfeld
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185
|
6,8
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Pfitsch
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215
|
7,0
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Ratschings
|
250
|
5,4
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Sterzing
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855
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12,3
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Wipptal
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2.285
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* Quelle: ASTAT