Mehr Mitglieder, neue Filiale und digitale Dienste: Die Genossenschaft investiert weiter in ihre Rolle als Partner der Südtiroler Landwirtschaft.
Die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft Südtirol hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem soliden Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz lag bei 113 Millionen Euro und damit um 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Trotz eines zurückhaltenden Konsumverhaltens in Italien und in Europa konnte die Genossenschaft damit ihren Wachstumskurs fortsetzen.
Genehmigt wurde die Bilanz bei der Hauptversammlung der Mitglieder am 28. April 2026. Daran nahmen die 25 Delegierten aus der ganzen Region teil, die zuvor bei den neun Teilversammlungen der Mitglieder gewählt worden waren. Im Rahmen der Hauptversammlung wurde zudem die Revisionsgesellschaft Baker Tilly Revisa für den Dreijahreszeitraum 2026 bis 2028 bestätigt.
Besonders deutlich zeigt sich die stabile Entwicklung bei den Mitgliederzahlen: Im Jahr 2025 traten rund 900 neue Mitglieder der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft bei. „Das ist der höchste Zuwachs der vergangenen zehn Jahre“, sagte Präsident Leo Tiefenthaler. Zum Jahresende zählte die Genossenschaft insgesamt 11.672 Mitglieder. „Dieser Zuwachs ist ein starkes Zeichen des Vertrauens. Für uns ist das Auftrag und Verantwortung zugleich, die Südtiroler Landwirtschaft auch in einem anspruchsvollen Umfeld bestmöglich zu begleiten“, fügte Tiefenthaler hinzu.
Ein Schwerpunkt des vergangenen Jahres lag auf Investitionen in Strukturen, Technik und digitale Dienstleistungen. Zu den wichtigsten Projekten zählten die laufende Modernisierung und Erweiterung des Futtermittelwerks, der Baubeginn der neuen Filiale in Neumarkt mit geplanter Sprüher- und Traktorwaschanlage, die Einführung einer neuen Verwaltungssoftware (ERP) sowie die Weiterentwicklung der LHG-App.
Die LHG-App wurde im vergangenen Jahr weiter ausgebaut und soll landwirtschaftlichen Betrieben den Zugang zu Informationen und Serviceleistungen erleichtern. Zu den wichtigsten Funktionen zählen die Bestellmöglichkeit „Click & Collect“ für Pflanzenschutzmittel und Blattdünger, der digitale Brunstkalender sowie digitale Lösungen für ein effizientes Wassermanagement mit App und LHG-Feuchtigkeitssensoren. „Die Digitalisierung soll den landwirtschaftlichen Betrieben einen konkreten Nutzen bringen. Mit diesen Angeboten wollen wir Abläufe im Alltag einfacher und effizienter machen“, erklärte Direktor Klaus Gasser bei der Hauptversammlung.
Präsident Tiefenthaler informierte schließlich über die weitsichtige Entscheidung des Verwaltungsrats, die Unterstützung für Hofübernehmer und Hofgründer fortzuführen. Die 2016 gestartete Starthilfe wurde 2025 von rund 100 Junglandwirten in Anspruch genommen. Damit bleibt das Angebot ein konkreter und von den Bauern geschätzter Beitrag zur Begleitung junger landwirtschaftlicher Betriebe in der Startphase.
Für das laufende Jahr rechnet die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft weiterhin mit einem anspruchsvollen Umfeld. Konjunkturelle Unsicherheiten, geopolitische Spannungen sowie klimatische und witterungsbedingte Faktoren bleiben für die Entwicklung im Agrar- und Gartenmarkt von Bedeutung. Aufgrund ihrer soliden finanziellen Basis und der laufenden Investitionen sieht sich die Genossenschaft jedoch gut aufgestellt, um ihre Rolle als verlässlicher Partner der Südtiroler Landwirtschaft weiter wahrzunehmen.
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