Fast 1,9 Millionen Einsatzstunden, 4.197 Freiwillige, über 145.000 Fördermitglieder: Diese Kennzahlen präsentierte das Weiße Kreuz bei seiner heutigen Mitgliederversammlung im Drusus-Stadion in Bozen im Beisein der Delegierten aller 33 Sektionen sowie zahlreicher Ehrengäste. Präsident Alexander Schmid zog dabei eine positive Bilanz des Jubiläumsjahres 2025: „Wir haben gemeinsam viel geleistet und uns als Vereinsfamilie neuen Herausforderungen gestellt – ganz im Geist unserer engagierten Gründerväter, die den Verein vor 60 Jahren mit viel Pioniergeist und Einsatz aufgebaut haben“. Zum ersten Mal zeichnete das Weiße Kreuz heuer auch WK-Partnerbetriebe aus, welche ihre Angestellten in der Freiwilligentätigkeit besonders unterstützen.
Der Bedarf an Hilfe und Unterstützung in Südtirol nimmt weiter zu – das war 2025 beim Weißen Kreuz deutlich spürbar. Allein im Rettungsdienst wurden 73.821 Menschen versorgt, 4.481 mehr als im Vorjahr. Auch bei Krankentransporten und im Zivilschutz stiegen die Einsatzzahlen weiter an. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei den Begleitdiensten in den Krankenhäusern: Hier leisteten die Freiwilligen über 18.000 Stunden – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. „Die Anforderungen werden immer vielfältiger und anspruchsvoller. Wir können sie bewältigen, weil wir als Vereinsfamilie zusammenhalten und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, betonte Präsident Schmid.
Freiwillige als wichtigste Stütze
Insgesamt leisteten die Freiwilligen 2025 über eine Million Einsatzstunden. Würde man diese vergüten, entspräche das über 20 Millionen Euro. „Diese Zahlen zeigen nur einen Teil dessen, was die Freiwilligen leisten. Sie sind seit der Gründung des Weißen Kreuzes das Herz und die wichtigste Stütze des Vereins“, so Präsident Alexander Schmid. Das Jubiläumsjahr sei daher vor allem ein Moment der Dankbarkeit gewesen gegenüber all jenen, die seit sechs Jahrzehnten dazu beitragen, das Weiße Kreuz zu einer modernen und verlässlichen Rettungsorganisation zu machen. Besonders erfreulich sei der erneute Zuwachs bei den Freiwilligen: 97 Frauen und Männer traten 2025 in den aktiven Dienst ein.
Erste WK-Partnerbetriebe ausgezeichnet
Um die Rahmenbedingungen für Freiwillige weiter zu verbessern, sucht das Weiße Kreuz unter anderem den Kontakt mit den Arbeitgebern im Land. „Freiwilligkeit hängt nicht nur von Motivation ab, sondern auch davon, ob sich Engagement und Beruf gut vereinbaren lassen“, erklärte Direktor Ivo Bonamico. Erstmals wurden deshalb Unternehmen ausgezeichnet, die ihre Mitarbeitenden besonders unterstützen – etwa durch flexible Arbeitszeiten oder Freistellungen nach Einsätzen: die Elektro Huber GMBH in der Kategorie mit 0 bis 10 Mitarbeitenden, die Pordoi SPA Impianti Fune in der Kategorie mit 11 bis 50 Mitarbeitenden und die Sportler AG in der Kategorie mit über 50 Mitarbeitenden. „Ihr Beitrag ist unverzichtbar, damit sich weiterhin viele Menschen freiwillig engagieren können“, bedankte sich Bonamico. Zukünftig sollen diese Auszeichnungen jedes Jahr vergeben werden. Nominiert werden die Unternehmen von den Freiwilligen selbst.
Viel Rückhalt aus der Bevölkerung
Angesprochen wurde auch der wichtige Rückhalt aus der Bevölkerung. Mehr als 145.000 Menschen in Südtirol unterstützen das Weiße Kreuz mit einer Mitgliedschaft. Viele weitere helfen mit 5-Promille-Zuweisungen, Geld- und Sachspenden und ermöglichen dadurch wichtige Hilfsprojekte in Südtirol und darüber hinaus – etwa die Freiwilligenförderung, den Wünschewagen oder die Hilfe für die Menschen in der Ukraine. Direktor Ivo Bonamico bedankt sich herzlich dafür: „Diese Unterstützung bedeutet viel für unsere große Vereinsfamilie. Sie zeigt, dass viele Menschen hinter dem stehen, was wir tun.“
Foto © Weißes Kreuz