Kultur
Eine Recherche der Fotografin Franziska Gilli und der Reporterin Barbara Bachmann
11.10.2026
Noch bis zum 31. Oktober ist im Stadt- und Multschermuseum Sterzing die Ausstellung „Hure oder Heilige – Frau sein in Italien“ zu sehen.
In kaum einem anderen europäischen Land sind weibliche Stereotype so verbreitet und widersprüchlich wie in Italien. Unter dem Einfluss von katholischer Kirche, Faschismus und Medien haben sich zwei gegensätzliche Rollenbilder besonders verfestigt: die Hure und die Heilige. Gilli und Bachmann gehen der Frage nach, was es heute bedeutet, in Italien eine Frau zu sein, und stellen in fotografischen Porträts und persönlichen Geschichten differenzierte Lebensrealitäten den gängigen Klischees gegenüber.
Im Zusammenspiel mit der weiterhin gezeigten Ausstellung „Den Aufstand proben“ sowie den historischen Beständen des Museums eröffnet die Ausstellung einen Raum, der sich mit Fragen von Geschlechterverhältnissen, gesellschaftlicher Teilhabe und Handlungsspielräumen auseinandersetzt. Vergangenheit und Gegenwart treten dabei in einen Dialog, der zentrale Themen des Museums – wie Mitbestimmung, soziale Dynamiken und gesellschaftlichen Wandel – neu verhandelt.
Das Museum versteht die Ausstellung als Beitrag zu einer aktuellen Debatte, die angesichts digitaler Echokammern und Phänomene wie der sogenannten „Mannosphäre“ zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Geöffnet ist das Museum von Donnerstag bis Samstag von 10.00 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr.