Mehrheitlich genehmigt haben die Räte der Gemeinde Brenner auf ihrer jüngsten Sitzung am 30. April das Betreuungsmodell „Betreutes Wohnen plus“, mit dessen Führung die Bezirksgemeinschaft Wipptal betraut wurde. Genehmigt wurde auch die Jahresabschlussrechnung der Gemeinde.
Vor der Abstimmung stellte Bürgermeister Martin Alber den Räten das Wohnmodell „Betreutes Wohnen plus“ vor, das sich an Personen über 65 Jahren in unteren Pflegestufen richtet (Erker 05/2026) – ein landesweites Pilotprojekt, da es erstmals innerhalb eines bestehenden Seniorenwohnheimes umgesetzt werden soll. „Entsprechend gespannt blicken die anderen Gemeinden Südtirols auf unsere Entscheidung“, so Alber. „Die Gemeinde ist daran interessiert, eine eigene Struktur zu errichten, weil es die demografische Entwicklung verlangt. Sollten die zehn für das Modell reservierten Betten künftig für das Altersheim benötigt werden, können die betroffenen Bewohner auf diese Strukturen ausweichen.“ Vorbehalte, wie sie etwa in der Gemeinde Sterzing laut wurden (siehe eigener Bericht), relativierte Alber: „Wir setzen sicher niemanden auf die Straße. Sollte diese Situation eintreffen, müssen wir eben geeignete Strukturen anmieten.“ Diese Meinung teile auch Landesrat Hubert Messner, der sich mit dieser Vorgangsweise einverstanden zeige.
Zu Wort meldete sich in der Diskussion Gemeinderätin Edeltraud („Freie Liste Gemeinde Brenner“), die gerade diese Umsiedlung „nicht unkritisch“ sah und von einem „Schachspielen mit unterstützungsbedürftigen Personen“ sprach. Wie Bürgermeister Alber replizierte, werde die Situation für diese „Zwischenlösung“ genau beobachtet, um zeitgerecht die notwendigen Entscheidungen treffen zu können. Bei drei Enthaltungen von Christian Bacher, Armin Keim und Edeltraud Zössmayr (alle „Freie Liste Gemeinde Brenner“) wurde die Übertragung der Führung des Betreuungsmodells an die Bezirksgemeinschaft Wipptal mehrheitlich genehmigt.
Abschlussrechnung genehmigt
Mit einer Enthaltung von Christian Bacher („Freie Liste“) genehmigt wurde die Abschlussrechnung der Gemeinde Brenner mit einem Verwaltungsüberschuss von rund 1,84 Millionen Euro. Auf ungeteilte Zustimmung fiel die Verwendung des vinkulierten Teils des Überschusses in Höhe von 1,18 Millionen Euro. Über die Verwendung des frei verfügbaren Teiles wird auf einer der nächsten Sitzungen abgestimmt.
Feuerwehren
Die Haushalte der Freiwilligen Feuerwehren von Gossensaß (77.398 Euro) und Pflersch 858.850 Euro) wurden einstimmig genehmigt.
Jugendbeirat eingesetzt
Dem Jugendbeirat der Gemeinde Brenner, der ohne Gegenstimme eingesetzt wurde, gehören künftig Maria Aukenthaler, Martina Hecher, Amalia Kopton und Thomas Strickner an; voraussichtlich werden mit Nadia Seidner und einem Vertreter der italienischen Sprachgruppe zwei weitere Mitglieder kooptiert. Der Jugendbeirat hat ausschließlich beratende Funktion und unterbreitet dem Gemeinderat einmal jährlich Vorschläge für die Verbesserung der Jugendarbeit in der Gemeinde. Er bliebt bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt.
In Kürze
Einem Grundtausch mit der Brennerautobahn AG (Gp. 916, 845/9 und 426/18 in der Katastralgemeinde Brenner) wurde einstimmig zugestimmt, ebenso dem Verkauf eines Teils der Gp. 13 und 14/1 in Gossensaß an Eduard Rieder.
Mit der einstimmigen Genehmigung der Verordnung über die soziale Teilnahme bestimmter Bevölkerungsgruppen wurden die Voraussetzungen geschaffen, um am Projekt „mySummerCard“ teilzunehmen.
Die Durchführung des Projektes „KlimaGemeinde“ der KlimaHaus-Agentur Südtirol mit Gesamtkosten von rund 30.000 Euro wurde ohne Gegenstimme genehmigt.
Im Zuge einer Haushaltsänderung wurden u. a. Mehreinnahmen in Höhe von 80.000 Euro, die sich aus Bau- und Erschließungskosten (je 40.000 Euro) ergeben, für die Einrichtung im Rathaus (25.000 Euro) und in der Grundschule (25.000 Euro), die Teilnahme am Klimaplan (12.000 Euro) sowie außerordentliche Instandhaltungsarbeiten im Rathaus (10.000 Euro) und im Gemeindepark und im Prennerhaus (8.000 Euro) reserviert.