Zahlreiche Mitglieder, Vertreter der Gemeinden, Partnerorganisationen sowie Ehrengäste nahmen Ende April an der Jahresversammlung der Tourismusgenossenschaft Sterzing Pfitsch Freienfeld teil.
Präsident Alois Bacher eröffnete die Versammlung mit einleitenden Worten und einem stillen Gedenken an Helene Benedikter, eine prägende Persönlichkeit im Tourismus. In seinem Bericht zog er eine durchwegs positive Bilanz für das Jahr 2025: Die wichtigsten Kennzahlen entwickelten sich erfreulich, die Veranstaltungen waren gut besucht und das Gebiet konnte seine Sichtbarkeit weiter steigern. Besonders die internationale Berichterstattung im Zuge der „Tour of the Alps“ habe eindrucksvoll gezeigt, welches Potential im Wipptal als Ferienregion steckt.
Auch Geschäftsführer Markus Reifer bestätigte diesen positiven Trend anhand konkreter Zahlen. Insgesamt wurden 2025 rund 520.435 Nächtigungen erzielt, was einem Plus von 5,73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Ankünfte stiegen auf 217.128 (+3,84 %), während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 2,4 Tagen stabil blieb. Die Wintersaison bleibt mit 62 Prozent der Nächtigungen weiterhin dominierend, während der Sommer mit 38 Prozent ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Eine differenzierte Betrachtung der Gemeinden zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Während Sterzing und Freienfeld deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, musste Pfitsch einen leichten Rückgang hinnehmen. Als wichtigste Herkunftsmärkte gelten weiterhin Deutschland, Italien, Österreich, die Niederlande und die Schweiz mit teils deutlichen Steigerungen insbesondere aus Tschechien und der Schweiz.
Intensive Arbeit im Hintergrund
Neben den reinen Zahlen wurde auch die umfangreiche Tätigkeit der Genossenschaft sichtbar. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Veranstaltungen organisiert oder unterstützt, darunter Traditionsformate wie das Knödelfest, die Glockenweihnacht oder „Sterzing tanzt“, aber auch internationale Highlights wie das World Bodypainting Festival. Ergänzt wurde das Angebot durch rund 30 Sommerkonzerte sowie über 340 Stadtführungen.
Großen Stellenwert nimmt auch die Infrastrukturpflege ein: Hunderte Arbeitsstunden wurden in die Instandhaltung von Wanderwegen investiert. Zudem wurden Programme wie die ActiveCard weiter ausgebaut, die insbesondere in den Sommermonaten stark nachgefragt sind.
Im Bereich Marketing setzt die Genossenschaft auf eine Kombination aus klassischen und digitalen Maßnahmen von Social Media über Google Ads bis hin zu Kooperationen mit Medien, Radiosendern und internationalen Partnern. Ein bedeutendes Projekt ist die neue gemeinsame Website mit dem Skigebiet Rosskopf und dem Outdoor Center Sterzing, die durch Leader-Mittel gefördert wird.
Solide finanzielle Basis
Ein weiterer zentraler Punkt war die Präsentation des Jahresabschlusses 2025 durch Gerhard Helfer. Die Genossenschaft konnte einen Gewinn von 101.251 Euro erwirtschaften, der einstimmig genehmigt wurde. Auch der Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2026 wurde ohne Gegenstimmen ratifiziert.
Ambitionierte Pläne
Mit Blick auf das laufende Jahr stellte Präsident Bacher gemeinsam mit Geschäftsführer Reifer ein umfangreiches Programm vor. Neben bewährten Veranstaltungen sollen neue Formate zusätzliche Impulse setzen. Dazu zählen u. a. das erstmals stattfindende Krapfenfest sowie die Wiederbelebung des Joghurtsommers.
Internationale Aufmerksamkeit verspricht die Bodypainting-Weltmeisterschaft in der Kategorie „Camouflage“. Zudem wird das Trainingslager des 1. FC Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit Ratschings Tourismus neue Gästegruppen ansprechen. Auch kulturelle Highlights wie das Festival „Gegen die Stille“ sollen das Angebot erweitern.
Ein besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf der Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb des Wipptales, insbesondere mit den Tourismusorganisationen in Gossensass und Ratschings sowie den Skigebieten Rosskopf, Ladurns und Ratschings-Jaufen.
Impulse für die Zukunft
Ein Höhepunkt der Versammlung war der Impulsvortrag von IDM-Marketingdirektor Wolfgang Töchterle. Er zeigte globale Entwicklungen im Tourismus auf und betonte, dass Sterzing großes, noch nicht vollständig ausgeschöpftes Potential habe. Besonders hob er den Trend zum „Slow Tourism“ hervor, der hervorragend zur naturnahen Ausrichtung passe.
Zugleich verwies Töchterle auf die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz bei der Reiseplanung und unterstrich die Notwendigkeit, die digitale Sichtbarkeit weiter zu stärken. Entscheidend sei dabei, dass das Wipptal geschlossen auftrete und seine Stärken klar kommuniziere.
Im Bild (v. l.) Hubert Unterweger (LTS), Peter Linter, Philipp Siller, Markus Reifer, Paul Hofer, Alois Bacher, Thomas Stuefer, Veronika Stötter (HGV-Ortsobfrau Sterzing), Paul Eisendle (Neue Rosskopf GmbH), Angelika Stafler, Joachim Wieser, Bürgermeister Peter Volgger, Bürgermeisterin Verena Überegger, Gina Vedova (IDM), Lukas Siller, Wolfgang Töchterle (IDM), Silvia Pergher, Angelika Runggaldier, Stephanie Mitterer, Matthias Knollenberger und Sandra Trovato.