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Home → News → KVW-Jahresversammlung in Meran - 18.05.2026 (0 Kommentar/e)
 
 
 
 
Gesellschaft

KVW-Jahresversammlung in Meran

18.05.2026
Die Landesversammlung des KVW am 16. Mai im Stadttheater Meran stand heuer ganz im Zeichen des Jahresthemas „Suche Frieden und jage ihm nach“.

Nach der Eröffnung durch den Prisma-Chor Meran begrüßten Bezirksobfrau Anneliese Weiss Angerer, der Meraner Stadtrat für Soziales, Stefan Frötscher, sowie Jutta Telser, Präsidentin des Stadttheater- und Kurhausvereins und Landeshauptmannstellvertreterin Rosmarie Pamer alle Anwesenden.

KVW-Vorsitzender Werner Steiner ging in seiner Rede vor allem auf die Themen Wohnraum, Rente und Pflegesicherung ein. Diese Anliegen begleiten den Verband seit seiner Gründung vor fast 80 Jahren und sind nach wie vor hochaktuell. In Südtirol seien die Mietpreise in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, Eigentumswohnungen seien für Arbeitnehmer bei den derzeitigen Preisen kaum mehr leistbar. Mithilfe der Arche im KVW wolle man daher auch durch die Gründung der Stiftung Wohnen einen Beitrag leisten, damit in naher Zukunft an mehr als zehn Standorten über 200 Wohnungen mit Preisbindung entstehen.

Auch die niedrigen Renten – insbesondere jene vieler Frauen – seien weiterhin ein drängendes Thema. Steiner forderte deshalb eine Aufbesserung der Mindestrenten, damit Menschen auch im Alter ein würdevolles Leben führen können. Trotz zunehmender Digitalisierung sei ein persönliches Beratungsgespräch oft unerlässlich, um die eigenen Rechte wahrnehmen zu können. Dafür brauche es auch künftig eine gesicherte Finanzierung der Patronatstätigkeiten.

„Wir sehen, dass sich wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten verschärfen – durch Inflation, durch Hetze in den Medien, durch anonyme Schreiber und durch eine allgemeine Unzufriedenheit. Ein Sozialstaat, der den Namen verdient, muss Menschen in Krisenzeiten unterstützen“, so Steiner. Der KVW lehne beispielsweise eine Versicherungslogik beim Pflegegeld entschieden ab. Bei einem Rekordhaushalt von 8,67 Milliarden Euro müsse es möglich sein, die finanzielle Belastung der Familien abzufedern. Der Pflegebedarf werde in den kommenden Jahren massiv ansteigen.

Im Mittelpunkt des Vormittags stand das Referat von Don Mario Gretter zum Thema „Die Herausforderungen des Friedens – Einige Impulse aus der Tradition der Weltreligionen“. Gretter spannte einen Bogen von den Friedensbotschaften der Religionen – Hinduismus, Buddhismus, Sikhismus, Judentum, Islam und Christentum – hin zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Er warb für mehr gegenseitiges Verständnis, Zuhören und Verantwortung. „In Südtirol leben derzeit Menschen, die über 127 Sprachen sprechen – oft allerdings nebeneinander und nicht miteinander. In welcher Sprache spricht Gott?“, fragte Don Mario Gretter das Publikum. Gerade in Meran seien seit langem verschiedene religiöse Gemeinschaften beheimatet: jüdische Gemeinden, russisch-orthodoxe Christen, eine starke evangelische Gemeinde und in jüngster Zeit auch viele Muslime. „Du bist willkommen“ sei ein gemeinsames Credo vieler Religionen. Jede und jeder müsse einen Beitrag zum Friedensprozess leisten, weil uns mehr verbinde, als trenne und niemand alleine Frieden schaffen könne. „Frieden heißt, dass wir fähig sind, gut zusammenzuleben. Es bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krieg“, so Gretter.

Vertieft wurden diese Gedanken in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Don Mario Gretter, Werner Steiner, Heidrun Goller, Christian Wenter und Karl Brunner. Diskutiert wurden unter anderem die Bedeutung von Demokratie und sozialem Ausgleich, die Verantwortung jedes Einzelnen für ein respektvolles Miteinander sowie die Frage, wie Frieden konkret im Alltag gelebt werden kann. Der geistliche Assistent und Moderator der Runde, Charly Brunner, bat die Diskutierenden zudem, anhand persönlicher Vorbilder aufzuzeigen, wie man konkret am Frieden bauen kann. Genannt wurden unter anderem Elisabeth von Thüringen, Vinzenz von Paul, Papst Leo XIV., Papst Franziskus und Anna Dengel.

Den Bogen zur Autonomie spannte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Er betonte, dass auch die jüngst beschlossene Autonomiereform ein Friedensthema sei, weil dadurch das Zusammenleben aller in Südtirol lebenden Menschen weiter gestärkt und abgesichert werden könne.

Beim gemeinsamen Umtrunk und Buffet bot sich Gelegenheit für Begegnungen und persönliche Gespräche. Den Abschluss bildeten Stadt- und Theaterführungen, die von vielen Teilnehmenden gerne angenommen wurden.

Die Landesversammlung des KVW machte deutlich, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu gesucht und gestaltet werden muss – im persönlichen Umfeld ebenso wie in Gesellschaft und Politik.

(Foto © KVW)
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