Der Genehmigung des Raumprogrammes für die neue Eishalle ging auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Sterzing am Mittwoch (26. Juli) eine längere Diskussion voraus. Am Ende sprachen sich die Räte mehrheitlich dafür aus.
„Wir müssen heute das Raumprogramm für die neue Eishalle genehmigen, damit wir endlich weiterkommen“, nahm es Bürgermeister Peter Volgger gleich vorweg. Es bilde die Grundlage für die Ausschreibung eines Planungswettbewerbes, bis zur endgültigen Realisierung „wird die Eishalle den Gemeinderat allerdings noch oft beschäftigen“, so Volgger.
Stefan Troyer als Vertreter des WSV Wipptal Broncos und Christoph Leitner als Vertreter der Firma Intercom Dr. Leitner stellten den Räten kurz den Werdegang des Raumprogrammes vor, das auf der Grundlage des Bedarfs des Vereins erarbeitet worden sei. Geplant ist ein Stadion mit rund 1.500 Sitzplätzen „ohne Luxus und Firlefanz“, so Troyer, sondern mit Funktionalität, damit es einem „modernen Führungskonzept unterworfen werden kann“. Als Mehrzweckhalle, die auch anderen Vereinen zur Verfügung gestellt werden kann, konzipiert, soll diese für internationale Turniere geeignet, aber auch für Trainingsaufenthalte auswärtiger Teams attraktiv sein.
Das vorgestellte Raumprogramm stieß nicht nur auf Gegenliebe. So legte SVP-Rat Werner Graus einen Abänderungsantrag zur Beschlussvorlage vor. Darin heißt es, dass „der Planungswettbewerb die einmalige Möglichkeit bietet, nicht nur die Eissporthalle zu entwerfen, sondern Lösungen für den gesamten urbanistischen Kontext der Sportzone von den planenden Architekten bzw. Ingenieuren einzufordern“; zudem müssen die Ausschreibung des Planungswettbewerbs „nicht nur die Planung der Eishalle, sondern vor allem auch die urbanistische Anordnung der umliegenden künftigen Sport- und Freizeitplätze beinhalten – dies um städtebaulich wertvolle und funktionelle stimmige Planungsgesamtkonzepte zu erhalten“. „Wenn wir das so genehmigen, dann steht wieder alles und wir verlieren wertvolle Zeit“, replizierte Bürgermeister Volgger. Er betonte jedoch, dass die Planer für den Gemeindeentwicklungsplan – die erste Sitzung findet am 5. August statt – aufgefordert würden, die gesamte Sportzone zu berücksichtigen. Graus konterte: „Wir geben Aufträge, ohne zu wissen, was rundherum passiert – das geht für mich nicht in Ordnung.“ Sterzing brauche keine zweite Eisfläche, da sie nicht finanzierbar sei und die Folgekosten unüberschaubar. Zudem stellte Graus als neuen Standort das brachliegende Areal beim Eurospar in den Raum. Auch Eva Frick, ebenfalls SVP-Rätin, kündigte an, sich der Stimme zu enthalten. „Aus unternehmerischer Sicht habe ich das Gefühl, einen Blankoscheck zu unterschreiben, ohne die demografischen, sozialen und klimatischen Entwicklungen zu berücksichtigen“, so Frick; auch von möglichen Preissteigerungen sei nicht die Rede. Das Programm sei ihr „zu wenig Instrument“, gehe „zu wenig in die Tiefe“, beinhalte „keine Kosten-Nutzen-Rechnung. „Das ist eine Vision, aber kein Businessplan.“
Überrascht zeigten sich die beiden Fraktionskollegen Walter Gögl und Daniel Seidner, die den Gemeinderat baten, eine Entscheidung zu treffen, „damit etwas weitergeht“. „Der nächste Schritt ist zu setzen“, betonte Seidner. „Wenn wir jetzt nicht entscheiden, reden wir noch ein Jahr um den heißen Brei herum.“ Und Gögl ergänzte: „Wenn uns der Bürgermeister sein Wort gibt, dass die Planer die gesamte Sportzone im Auge behalten müssen, dann können wir darauf vertrauen. Wir müssen die Chancen, die sich auftun, sehen und nutzen.“
Am Ende wurde der Abänderungsantrag von Graus mehrheitlich abgelehnt, das Raumprogramm wurde bei einer Gegenstimme von Werner Graus (SVP) und zwei Enthaltungen von Eva Frick (SVP) und Ciro Coppola (Insieme per Vipiteno) mehrheitlich genehmigt.