Gesellschaft
Betrug: Falsche Carabinieri und leere Konten
18.05.2026
Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit konnte durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte ein komplexer Cyberbetrug vereitelt und einer jungen Familie mehr als 16.000 Euro zurückerstattet werden.
Der Fall begann im November, als ein junges Ehepaar aus St. Ulrich Opfer einer besonders raffinierten Betrugsmasche wurde. Die Täter manipulierten eingehende Telefonnummern, sodass auf den Mobiltelefonen der Opfer echte Nummern der Carabinieri sowie von Bank-Hotlines angezeigt wurden. Indem sie sich glaubwürdig als Ordnungskräfte und Bankmitarbeiter ausgaben, versetzten die Betrüger den Mann in Angst und Schrecken, indem sie behaupteten, sein Bankkonto werde gerade von Hackern angegriffen.
Unter enormem psychologischen Druck wurde das Opfer dazu gebracht, seine Ersparnisse „in Sicherheit“ zu bringen und eine Sofortüberweisung in Höhe von 48.500 Euro auf ein von den Tätern angegebenes Konto vorzunehmen. Damit nicht genug: Während der zahlreichen Telefonate gelang es den Betrügern auch, die Zugangsdaten zum Konto der Ehefrau zu erlangen und eine weitere Überweisung über 4.900 Euro zu veranlassen.
Die sofortige Aktivierung der Ermittlungsmaßnahmen der Carabinieri verhinderte Schlimmeres. Zunächst gelang es den Einsatzkräften, die Bank rechtzeitig zu alarmieren und das Konto der Frau zu sperren, bevor die Überweisung über fast 5.000 Euro abgeschlossen werden konnte.
Anschließend führten umfangreiche Ermittlungen und die Auswertung von Videoüberwachungsaufnahmen aus Postämtern zur eindeutigen Identifizierung der Täter: eine 30-jährige Frau aus Rom sowie ihr Komplize, ein 48-jähriger Mann aus der Provinz Neapel. Durch die rasche Ermittlungsarbeit konnte das Konto der Betrüger rechtzeitig eingefroren und ein erheblicher Teil der ersten großen Überweisung gesichert werden.
Nach der im März angeordneten präventiven Beschlagnahme und dem kürzlich von der Staatsanwaltschaft Bozen erlassenen Freigabe- und Rückerstattungsbeschluss wurde auch der Restbetrag an den rechtmäßigen Eigentümer zurückerstattet.
Foto © Carabinieri