Am Samstag (13. Juni) wird das 130-jährige Bestehen der Sterzinger Hütte in Burgum gefeiert.
Eine der ersten Aktionen der 1886 neu gegründeten „Sektion Sterzing – Ridnaun – Pfitschtal des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“, bestand darin, eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg zur Wilden Kreuzspitze zu schaffen. 1888 wurde mit dem Bau der „Sterzinger Hütte“ begonnen. Fortdauerndes schlechtes Wetter hinderte eine zeitgerechte Fertigstellung des Bauvorhabens, für das eine Summe von 1800 Gulden bewilligt wurde.
Gemäß den „Innsbrucker Nachrichten“ vom 30. August 1890 fand am 1. September 1888 die provisorische Eröffnung der Sterzinger Hütte statt. Die Teilnehmer starteten um 3.00 Uhr beim Bahnhof Sterzing und machten sich zu Fuß auf den Weg zur Hütte.
Erst viel später im Jahr 1903 erfolgte die Grundstücksregelung, indem das K.K. Forstärar 500 qm Grund zur Verfügung stellte und diese dem österreichischen Touristenclub Sektion Sterzing zur Erbauung einer Unterkunftshütte verpachtete. Das Grundbuch Sterzing verschriftlicht den diesbezüglichen Vertrag.
1923 wurde die Sterzinger Hütte vom Staat Italien enteignet. Es wurde still um die Hütte im Burgumer Tal, die vollständig ausgeräumt und somit dem Verfall preisgegeben wurde.
Nur noch beschädigte Außenmauern und das Dach standen da, als sich in den Jahren 1979 und 1980 die Sektion Sterzing des AVS unter der Leitung von Kurt Leitner der Hütte annahm, sie wieder vollständig instand setzte, wobei elf Schlafplätze im Dachraum eingerichtet wurden. Wesentliches Element dabei war die Versorgung der Hütte mit Trinkwasser, wofür eine bergseitig gelegene Quelle mit bester Trinkwasserqualität gefasst und das Wasser in einer rund 1 km langen unterirdischen Leitung bis zur Hütte geführt wurde.
Am 29. Juni 1980 erfolgte die feierliche Einweihung der Hütte in Anwesenheit vieler AVS-Mitglieder und des 1. Vorsitzenden des Alpenverein Südtirol.
Als erste Pächterin bewirtschaftete die Familie Scherer aus Kematen/Pfitsch die Hütte mit großem Fleiß für viele Jahre. In der Folge wurde die Hütte vom Hüttenwart der AVS Sektion Sterzing Walter Schölzhorn und mehreren Hüttenwirten geführt, bis sie 2008 aus sanitären und besitzrechtlichen Gründen geschlossen werden musste.
2016 gelang es der neuen Vorsitzenden des AVS Sterzing, Erika Schneider sprichwörtlich in letzter Minute die besitzrechtlichen Gründe zu klären und die Hütte im Eigenturm des AVS zu belassen. Die Hütte hatte den achtjährigen Ruhestand auch dank des damaligen Hüttenwartes Willy Eisendle tadellos überstanden.
In der Folge konnte die Hütte wieder geöffnet und für Mitglieder von alpinen Vereinen als Selbstversorgerhütte zur Verfügung gestellt werden.
Die Führung als Selbstversorgerhütte hat sich bewährt. Als Erholungs- und Entspannungspunkt im ruhigen Burgumer Tal gilt die Sterzinger Hütte für einheimische Familien als „Geheimtipp“ für genussvolle Tage. Die Hütte ist mit geringem Komfort ausgestattet, aber alles Notwendige ist vorhanden. Genau diese Einfachheit zieht Familien in unserer konsumüberfluteten Zeit an. Diese Ruhe sollte auch weiterhin als Kontrast zur übertouristischen Entwicklung in Südtirol beitragen.
Mehr als 130 Jahre sind vergangen, seit die Idee zur Erbauung einer Selbstversorgerhütte im Burgumer Tal entstanden ist. Aus diesem Anlass lädt der AVS Sterzing alle Vereinsmitglieder und alle Bergsteiger am 14. Juni zu einer Feier auf der Sterzinger Hütte ein. Anmeldungen werden innerhalb 10. Juni unter Tel. 333 6768993 entgegengenommen.