Wird der Schutz für das Landschaftsschutzgebiet Vallming bei der morgigen Sitzung (Mittwoch, 15. Juli) im Stadtrat von Sterzing aufgeweicht, fällt eine weitere Hürde für die Errichtung der Skigebietsverbindung Rosskopf-Ladurns. Der AVS spricht sich klar gegen die Verbindung aus. Südtirol braucht keine neuen großen Tourismusinfrastrukturen, sondern muss die letzten ursprünglich erhaltenen Landschaften schützen.
Der Stadtrat von Sterzing hat bekannt gegeben, in seiner nächsten Sitzung am morgigen Mittwoch den Landschaftsplan der Gemeinde zu überarbeiten. Konkret geht es um die Artikel 2 (in dem unter anderem das Landschaftsschutzgebiet Vallming behandelt wird) und 8 („Aufstiegsanlagen und Hochspannungsleitungen“).
Das Landschaftsschutzgebiet Vallming ist ein versteckt gelegenes Tal im Norden des Rosskopfs. Das Tal zeichnet sich durch seine vielfältige und wenig berührte Pflanzen- und Tierwelt aus und durch das Almdorf Vallming, ein besonderes Ensemble von Almwirtschaftsgebäuden. Das Gebiet hat also einen besonders hohen Wert, vor allem im Vergleich zu den stark genutzten Süd- und Südosthängen des Rosskopfes, wie auch der Landschaftsplan der Gemeinde Sterzing feststellt.
Das Landschaftsschutzgebiet steht aber einer Erschließung im Weg, und zwar der Skigebietsverbindung Rosskopf-Ladurns bei der das Tal mit einer Pendelbahn überfolgen werden soll. Schon 2018 hat der Stadtrat von Sterzing versucht, einen Zusatz in den Landschaftsplan einzuführen, der die Verbindung trotzdem möglich machen sollte. Jetzt steht der Landschaftsplan wieder auf der Tagesordnung des Stadtrates.
Der AVS-Wipptal appelliert an die Mitglieder des Stadtrates von Sterzing, den Schutzstatus des Vallmingtales unbedingt zu erhalten. „Der Überflug durch die geplante Pendelbahn würde diese wunderschöne Landschaft zerstören“, erklärt Alfred Plank, Sektionsleiter von Wipptal. Die Sektion kritisiert die geplante Skigebietsverbindung scharf: „Wir sehen die Auswüchse des Übertourismus in den anderen Tälern, brauchen wir solche Entwicklungen auch bei uns?“ Der AVS-Wipptal ist überzeugt, dass die unberührten Naturräume in den Seitentälern des Wipptals das größte Kapital des Gebietes sind, sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Diese geraten durch die zunehmende Erschließung aber immer mehr unter Druck.
Unabhängig von der Skigebietsverbindung riskiert die Aufweichung des Landschaftsschutzes für das Vallmingtal, dass in Zukunft auch andere Ausnahmen für das Gebiet gemacht werden und die Naturlandschaft dort weiter zerstört wird.
„Die Erschließung unserer Bergwelt ist abgeschlossen“, ist Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referates für Natur und Umwelt überzeugt. Die Landesleitung des AVS fordert den Stadtrat von Sterzing dazu auf kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen nicht den Vorrang vor dem Erhalt von langfristigen Naturwerten zu geben: „Die Skigebietsverbindung ist ein überdimensioniertes Projekt. Hier werden Schäden für Natur und Landschaft in Kauf genommen, nur um den Besucherdruck auf unsere Bergwelt weiter zu steigern.“ Der AVS appelliert an den Stadtrat von Sterzing die Pläne einer Skigebietsverbindung nicht zu unterstützen und das Landschaftsschutzgebiet zu erhalten.